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Höchste Trittfestigkeit für intensiv genutzte Rasenflächen

Ausläuferbildendes Deutsches Weidelgras für intensiv genutzte Golf-, Sport- und Landschaftsrasen: (Lolium perenne L. subspecies stoloniferum (Lawson) Wipff)

 

Deutsches Weidelgras ist die wichtigste Art, wenn es um die Kombination von intensiver Nutzung und einer schnellen Etablierung geht. Obwohl mit Deutschem Weidelgras schon eines der trittfestesten C3-Rasengräser zur Verfügung steht, hat sich die Nachfrage nach einer höheren Trittfestig­-keit aufgrund der intensiveren Nutzung von Sport-, Golf-, Gebrauchs-, Park- und Freizeitrasen stetig erhöht.

 

Höchste Trittfestigkeit

Die Verbesserung der Trittfestigkeit im Sommer wurde zuvor indirekt durch eine Erhöhung der Triebdichte erreicht. Die Abnutzung während der Winter-Periode auf europäischen Sport- und Golfplätzen wurde teilweise durch die empirische Auswertung der Trittfestigkeit von Weidelgras-Sorten reduziert, indem Stollen-Walzen und die trittfestesten Sorten verwendet wurden. Ob eine Sorte (die nicht für hohe Belastung entwickelt wurde) über eine Belastungstoleranz verfügt, gibt keinen Hinweis darauf, dass sie sich tatsächlich von Nutzungsschäden regenerieren kann.

 

Tatsächlich zeigt sich, dass sich diese Sorten nicht von den Schäden durch Belastung erholen können. Dementsprechend ist es entscheidend, dass Deutsches Weidelgras, das auf einem Sportplatz oder Golfplatz verwendet wird, von Anfang an unter Belastungsstress gezüchtet wird. Genau so wurde RPR, das über eine hohe Regenerationsfähigkeit verfügt, entdeckt: unter dauerhafter, intensiver Belastung!

 

RPR bildet Ausläufer

Johan Cruyff hat einmal gesagt: „Man soll vor sich ein Loch fallen lassen und danach selbst darein laufen.“ Und so gilt es eigentlich für Regenerating Perennial Ryegrass (RPR): Wenn ein Soden-Teil ausgeschlagen wird, schließt RPR diese Lücke. Das Selbstregenerierende Deutsche Weidelgras (RPR) ist eine ausläuferbildende Unterart von Deutschem Weidelgras, die selbst Löcher in Rasen füllt. Bei RPR handelt es sich um sogenannte „Determinate Stolons“ (Abbildung 1). Ein Determinate Stolon ist ein überirdischer horizontaler Wachstumstrieb, der sich an den Hilfsknoten bildet.

 

RPR markiert das Comeback der Unterart einer Grassorte

In den Vereinigten Staaten wurde Lolium perenne ssp. stoloniferum, die Unterart, zu der RPR gehört, seit 1836 nicht mehr beobachtet. RPR ist die erste über horizontale Ausläufer ausbreitende Deutsche Weidelgras-Sorte, die seither in den USA offiziell als Lolium perenne ssp. stoloniferum registriert wurde (Abbildung 2).

 

Gezüchtet unter intensiver Belastung

Die Bedeutung und der Nutzen von RPR konnten nur durch die Zucht unter intensiver Belastung erreicht werden. Viele Jahre lang wurden Millionen von Genotypen intensiver Belastung ausgesetzt und letztendlich wurde eine vorläufige Auswahl von ca. 3.000 Genotypen selektiert.

 

Von diesen anfänglichen 3.000 Typen wurden nur fünf Populationen von RPR entdeckt. Diese Art der Selektion führt nicht nur zu einer besseren Belastungstoleranz, sondern auch zu einem hohen Regenerationspotenzial von Belastungsschäden aufgrund seiner ausläuferbildenden Wuchsform.

 

Unsere Studien haben gezeigt, dass sich ein ausläuferbildendes Weidelgras nicht zwangsläufig von intensiver Belastung erholen kann. Die Resultate zeigen, dass nur die ausläuferbildenden Sorten, die für Belastungstoleranz entwickelt wurden, in der Lage waren, sich von intensiver Belastung zu regenerieren. Andere Weidelgras-Sorten können zwar einige unbeabsichtigte Belastungstoleranzen aufweisen, konnten sich jedoch nicht von der Nutzung erholen und haben tatsächlich ein begrenztes Regenerationspotenzial (d.h. sie regenerieren nicht).

 

Nach Abschluss der Belastungssimulation wurden die Sorten dann auf ihre Fähigkeit zur Regeneration nach intensiver Nutzung untersucht. Die Sorten, die nicht für Belastungstoleranz gezüchtet wurden, verschlechterten sich weiter und konnten sich nicht von den Nutzungsschäden erholen.

 

Die Sorten, die jedoch unter intensiven Belastung (d.h. RPR) gezüchtet wurden, erholten sich, und erhöhten die Narben-Dichte (Abbildung 3). Sobald durch die Nutzung Lücken in der Rasennarbe entstehen, bildet RPR Ausläufer, um die offenen Stellen zu schließen. Dies wurde erstmals in an der The Ohio State University durchgeführten Studien berichtet.

 

RPR zu welchem Zweck?

Ist RPR für Sport- und Golfplätze geeignet? Ja, es wurde von Anfang an für Sportplätze und intensiv genutzte Bereiche auf Golfplätzen (Tees, Fairways) entwickelt. RPR wird seit dem ersten Tag mit großem Erfolg vor allem auf Sport- und Golfplätzen eingesetzt. Viele Sportrasen-Manager senden Rückmeldungen, wie sehr sie die Leistung und die Trittfestigkeit von RPR schätzen.

 

Verschiedene Mischungen

RPR funktioniert gut in Mischungen. Sie sind besonders für alle Gebiete geeignet, in denen C3-Rasengräser dominieren. Wesentliche Vorteile dieser Gräser liegen in ihren herausragenden Regenerationseigenschaften, bedingt durch die Produktion langer Ausläufer, die neue Pflanzen bilden.

 

Das Netzwerk von Ausläufern und neuen Pflanzen erhöht die Scherfestigkeit der Grasnarbe, besonders nah unterhalb der Bodenoberfläche. RPR entwickelt bereits innerhalb der ersten Monate nach der Etablierung Ausläufer, während ähnliche Arten einen ganzen Winter benötigen, bevor sie Ausläufer bilden.

 

Schnelle Etablierung

RPR vereint Robustheit und schnelles Wachstum in einer Sorte. Dies hat den Vorteil, dass alle Merkmale innerhalb der Mischung zur gleichen Zeit genutzt werden. Die Graspflanzen keimen schnell und sobald eine dichte Grasnarbe etabliert ist, kann diese intensiv genutzt werden. Dies bedeutet viel mehr Spielrunden auf dem Golfplatz, da die Fairways und Tees intensiver Belastung besser standhalten!

 

Problem-Lösung

RPR löst das Problem, sich zwischen Geschwindigkeit oder Ausdauer entscheiden zu müssen. Diese Innovation kombiniert Dichte und Stärke mit der Geschwindigkeit der Etablierung und der Regeneration. Mit anderen Worten: das Beste aus zwei Welten.

 

RPR erobert jetzt nach Golfplätze und Sportplätze auch die Freizeit- und Landschaftsflächen. Sowohl für Gemeinden, als auch für private Rasenflächen-Besitzer ist eine richtige  Lagerung von Saatgut sehr teuer. Deshalb hat Barenbrug eine spezielle RPR-Mischung für Park-, Rasen- und andere Landschaftsflächen zusammengestellt. Die Aussaat kann bereits im März erfolgen. Abgesehen vom schnellen Wachstum und der Robustheit, steht Ihnen ein breiteres Aussaat-Zeitfenster zur Verfügung, so dass eine Einwanderung von Poa annua und Unkräutern in Ihre Rasen verhindert wird.

 

Autor: Olaf Bos, internationaler Produkt­manager Barenbrug, Holland

 

Abb. 1: Das Selbstregenerierende Deutsche Weidelgras (RPR) ist eine ausläuferbildende Unterart von Deutschem Weidelgras, die selbst Lücken schließt.
Abb. 2: Ausläufer von Lolium perenne ssp. stoloniferum
Abb. 3: RPR in Nutzungs­versuchen (Wolfheze, Niederlande): nicht-RPR im vorderen Bild­bereich, RPR im hinteren Bildbereich
Tab. 1: Deckungsrate in Monaten nach Aussaat. Mas Grenier (Frankreich) 2015-2016 (Tabelle durch Klicken vergrößern!)
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