Grünflächenberegnung mit aufbereitetem Brunnenwasser

Rasenflächen bevorzugen frisches Regenwasser vom Himmel, um in anhaltend frischem Grün zu erstrahlen. Bei großen Flächen mit hohem Anspruch an die Rasenqualität ist jedoch eine zusätzliche Bewässerung unentbehrlich. Für die Beregnung von Golfplätzen lassen sich die dafür nötigen Wassermengen wirtschaftlich kaum durch Regenwasserbewirtschaftung bereitstellen, so dass häufig Brunnenvorkommen genutzt werden. Das Wasser aus der Tiefe kann für diese Zwecke jedoch einen zu hohen Gehalt an Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Salze oder Eisen enthalten. Damit die Grünflächen nicht unter der übermäßigen Fracht von gelösten Salzen oder Metallen leiden, ist eine Aufbereitung des Brunnenwassers nötig. Mit dem Verfahren der Umkehrosmose steht dafür eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Technologie zur Verfügung.

Wer für frisches Grün verantwortlich ist, weiß um die Notwendigkeit einer fachgerechten Bewässerung für die Pflege der Rasenflächen. Für die Beregnung von Grünflächen oder Golfplätzen mit Wasser aus Brunnen- oder Grundwasservorkommen eignet sich nicht jede Wasserqualität. Bestimmte Inhaltsstoffe im Wasser können das Wachstum von Gräsern nachteilig beeinflussen. Insbesondere ein zu hoher Salzgehalt verursacht Wachstumshemmungen bei Gräsern.

Wie das Beregnungswasser mit moderner Verfahrenstechnik wirtschaftlich aufbereitet werden kann, zeigt das Beispiel der Bewässerung für den Golfplatz Rheinhessen. Das Beregnungswasser für den jährlichen Beregnungswasserbedarf wird dort aus einem Tiefbrunnen gewonnen. Ein gehemmtes Rasenwachstum veranlasste die verantwortlichen Greenkeepers zu einer Untersuchung des Beregnungswassers. Die Wasseranalysen förderten als Ergebnis einen sehr hohen Salzgehalt mit Werten zwischen 800 und 900 mg/l zutage. Bei einer jährlichen Beregnungswassermenge von 50.000 m³ errechneten die Analytiker, dass mit dem Wasser somit pro Saison rund 45.000 kg Salz auf die Flächen des Golfplatzes ausgebracht werden.

Membranfiltertechnik zur Brunnenwasseraufbereitung

Nach den durchgeführten Wasseranalysen kam der Golfclub Rheinhessen in Zusammenarbeit mit Fachleuten zu dem Ergebnis, dass für die weitere Verwendbarkeit des Tiefbrunnens eine verfahrenstechnische Entsalzung des Brunnenwassers nötig ist. Ein bewährtes Verfahren für die Entsalzung ist das Prinzip der Umkehrosmose. Mit dieser Membrantechnologie kann der Salzgehalt auf rein mechanischem Wege und völlig ohne Einsatz von Chemikalien nahezu auf den Wert Null reduziert werden. Für den Bau einer Entsalzungsanlage setzte der Golfclub Rheinhessen auf die Erfahrung des Wassertechnik-Spezialisten Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH. Planung und Ausführung der Anlage übernahm die WTS Wassertechnik Schnell GmbH & Co. KG, die als Werksvertretung Rhein-Main für Grünbeck agiert. Die Umkehrosmose-Anlage für die Aufbereitung des Beregnungswassers besteht aus einer Vorfilteranlage mit zusätzlich vorgefiltertem Sandfilter, einer vollautomatischen Membranfilteranlage sowie drei Brunnenwasser-Vorlagebehältern mit je 4.000 Liter Inhalt.

Vorgefertigte Wasseraufbereitungsanlage in Containerbauweise

Als Standort für die Wasseraufbereitungsanlage wurde ein Freigelände in unmittelbarer Nähe des Tiefbrunnens gewählt. Dort war jedoch kein Gebäude für die Unterbringung der Wasseraufbereitungsanlage verfügbar, so dass die zuständigen Planer den Einbau der Wassertechnik in eine Containeranlage vorschlugen. Für den Golfclub Rheinhessen lieferte der Hersteller die Aufbereitungsanlage komplett vormontiert in zwei 20ft-Containern. Die im Grünbeck-Werk in Höchstädt/Donau vorgefertigte Beregnungswasseraufbereitungsanlage wurde im März 2015 mit einem mobilen Kran aufgestellt und in Betrieb gesetzt. Vor Ort reduzierte sich dadurch nicht nur die Bauzeit, auch stand mit der werkseitig vormontierten Containeranlage eine geprüfte und betriebsbereite Wasseraufbereitungstechnik zur Verfügung. Die darin installierte Umkehrosmose-Anlage Geno-Osmo-RKF reduziert das Brunnenwasser auf einen Restsalzgehalt von 105 mg/l. Die vorgeschaltete Kiesbett-Filteranlage stellt eine Nenndurchflussmenge von 3 x 8 m³/h bereit. Das aufbereitete Beregnungswasser wird in einem Speicherteich bevorratet, wo es von der Beregnungsanlage zur Grünflächenbewässerung geleitet wird. Dirk Eckgold, Geschäftsführer vom Golfclub Rheinhessen, dazu: „Trotz spärlicher Niederschläge und extrem hoher Temperaturen hatten wir den ganzen Sommer über tiefgrünes Gras. Wir sind froh, uns für die Grünbeck-Technologie entschieden zu haben.“

Das Verfahren der Umkehrosmose stellt eine wirtschaftliche und zugleich umweltfreundliche Technik der Wasseraufbereitung dar. Die Umkehrosmose, auch als Reverse Osmosis (RO) bezeichnet, beruht auf dem Prinzip einer einseitig durchlässigen Membran, durch die das Rohwasser unter hohem Druck hindurchgepresst wird. Dabei wird der natürliche Vorgang der Osmose umgekehrt und gelöste Salze sowie gelöste organische Substanzen aus dem Wasser entfernt. Die Umkehrosmose-Membranen sind innerhalb der Anlage in Druckröhren integriert, in denen das Rohwasser in die Teilströme Permeat (aufbereitetes Wasser) und Konzentrat (Abwasser mit herausgefilterten Inhaltsstoffen) separiert wird. Das erzeugte Permeat wird am Austritt der Anlage mittels Leitfähigkeitsmessung auf den gewünschten Aufbereitungsgrad hin kontrolliert und von dort zum Speicherteich geleitet. Um die geforderte Wasserqualität während der gesamten Beregnungssaison sicherzustellen, überwacht die Grünbeck-Werksvertretung WTS Wassertechnik die Anlage im Rahmen eines Wartungsvertrages. Im Winter kann die Anlage durch eine integrierte Heizung weiter betrieben oder durch eine Membrankonservierung „eingeschläfert“ werden.

Weitere Informationen:
Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH
Josef-Grünbeck-Straße 1
89420 Höchstadt a.d. Donau

E-Mail: info (at) gruenbeck.de
www.gruenbeck.de

Die Wasseraufbereitungstechnik mit Filteranlage, Umkehrosmose-Anlage und Vorlagebehältern wurde als komplett vormontierte Containeranlage geliefert. Eine Containerbauweise kann gewählt werden, wenn kein Gebäude für die Unterbringung der Aufbereitungsanlage zur Verfügung steht.
(Bild: Grünbeck/Walter Schnell)
zurück