Golf bei Olympia 2016 in Rio

Golf in Rio ist vorbei und trotz einiger Absagen von Top-Spielern, haben die Athleten vor Ort viel zu einem positiven Eindruck des Golfs in der (Sport-) Welt beigetragen. Nachfolgend ein Beitrag von Peter Rücker, der vor Ort in Rio dabei war:

Vom olympischen Geist gepackt


Bei den olympischen Spielen 2016 fand der Golfwettbewerb vom 11. bis 20. August 2016 in Rio de Janeiro, Brasilien statt. Nach einer Pause von 112 Jahren ist Golf wieder olympisch. Vom 11. bis zum 14. August spielten die Herren und vom 17. bis 20. August die Damen um Gold, Silber und Bronze.

Historie

Zweimal war Golf bereits ein Teil der olympischen Spiele, erstmals 1900 in Paris. Dort spielten insgesamt nur 22 Golfer, 10 Damen und 12 Herren. Sieger waren die beiden US-Amerikaner Margaret Abbott und Charles Sand. Die olympischen Spielen 1904 wurden im Rahmen der Weltausstellung in St. Louis durchgeführt. Der Herrenwettbewerb wurde mit 75 Teilnehmern ausgespielt. Der Kanadier George Lyon, einer von drei Kanadiern, gewann damals, der Rest des Teilnehmerfeldes kam aus den Vereinigten Staaten. Den Mannschaftswettbewerb gewann das Team Western Golf Association.

Ein neuer Platz für Rio 2016

Für den olympischen Golfwettbewerb wurde ein neuer Platz gebaut, die zwei bestehenden Golfanlagen sind geschlossene Clubs für die Geldelite Rios. Nachfahren der kaiserlichen Familie sind Mitglieder im „Gavea Golfclub“ der knapp 500 Mitglieder zählt. Im Konkurrenzclub „Itanhaga“ sind knapp 460 Mitglieder eingeschrieben. Der für Olympia neu gebaute Platz liegt im exklusiven Stadtteil Barra de Tijuca und war von Anfang an sehr umstritten. Nicht nur, dass ein Teil im Naturschutzgebiet „Reserva de Merapendi“ liegt, so waren auch die Besitzverhältnisse des Grundstücks sehr undurchsichtig und mit Korruptionsvorwürfen belastet. Der Däne Gil Hansen hat den anspruchsvollen Par 71-Platz designt, die Kosten lagen bei ca. 20 Millionen Euro. Im Sinne einer vermeintlichen Nachhaltigkeit, soll der Platz nach den Spielen als öffentlicher Course betrieben werden.

Der Modus

60 Spielerinnen und 60 Spieler gingen auf dem Olympia-Golf-Course an den Start, maximal vier Athleten pro Nation erhielten eine Startberechtigung. Die Qualifikation hierzu dauerte zwei Jahre. Gespielt wurde bei den Männern und Frauen ein Zählspiel über 72 Löcher. Sieger ist, wer die wenigsten Schläge über die 4 x 18 Löcher benötigt. Bei Gleichstand entscheidet ein Stechen. Die deutschen Farben vertraten Sandra Gal und Caroline Masson sowie Martin Kaymer und Alex Cejka. Alle vier Top-Golfer haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und waren sichtlich stolz, die deutschen Farben zu vertreten. Für Marin Kaymer war es „die beste Woche meiner Karriere“. Klare Favoriten konnte man in den Teilnehmerfeldern nicht ausmachen, denn auf dem neuen Kurs konnte noch keiner der Spielerinnen und Spieler Erfahrung sammeln. Viele Top-Golfer – darunter Jason Day, Dustin Johnson, Jordan Spieth und Rory McIlroy – haben aus vermeintlicher Angst vor dem Zika-Virus auf einen Start verzichtet. Vermutlich spielten die Pros lieber die großen Turniere. Für den Verbleib von Golf im olympischen Programm war das Verhalten dieser Pros sicherlich nicht dienlich. Die aber, die da waren, wurden vom olympischen Geist gepackt und haben mit Athleten aus unterschiedlichen Ländern und Sportarten eine unvergessliche Zeit erlebt. Der Wettbewerb mit den sympathischen Siegern Justin Rose und Inbee Park war eine tolle Werbung für den Golfsport.

Autor: Peter Rücker

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Für uns vor Ort: Peter Rücker
Die ersten beiden Runden in Rio bestritt Martin Kaymer mit dem zweimaligen Major-Sieger Bubba Watson (USA) und dem Inder Anirban Lahiri.
Trotz gutem Spiel reichte es für Martin Kaymer leider nicht für eine Medaille – medial sammelte er trotzdem viele Punkte für den Golfsport. (Alle Fotos: Peter Rücker)
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