Der „Aufreger“ des Monats

In DIE ZEIT Nr. 32 erschien am 28.07.2016 das Magazin ZEIT GOLFEN als Beilage. Darin, ein Beitrag mit Aussagen von Frank Gorman, die den Berufsstand der Greenkeeper in ein sehr einseitiges Licht in der Öffentlichkeit rücken. Nicht jeder der Leser der ZEIT GOLFEN ist letztlich Golf-Insider und kann derlei Ausführungen richtig einordnen. Die Empörung in der Grünen Szene entsprechend groß. So heißt es auf Seite 32:

„Und die seiner Meinung nach absolut desaströse Einstellung der Deutschen zum Greenkeeping. Da fehle oft jede Erziehung. Das seien vielfach Bauern, die sich nebenbei ums Grün kümmerten. Sture Typen, nicht willens, Neues zu akzeptieren. Es sei herzzerreißend, einen Platz wie diesen zu bauen und dann im nächsten Jahr zurückzukommen und zu sehen, wie er in der Hand von Banausen verwahrlost sei.

Auch die im Folgenden von Christian Althaus aufgeworfene Behauptung, die Düngemittelindustrie in Deutschland sei ein weiteres Problem, sei diese doch „weitgehend für die Ausbildung der Greenkeeper verantwortlich“, vermittelt den Eindruck, als würde die Aus- und Weiterbildung in der Platzpflege in Deutschland seitens der Industrie gesteuert. Nicht erwähnt wird, dass im europaweiten Vergleich das Greenkeeping in Deutschland gerade wegen seiner hohen Standards in der Wissensvermittlung großes Ansehen genießt.

Die Arbeitsgemeinschaft Greenkeeper Qualifikation (AGQ), eine Gemeinschaftsinitiative von Deutscher Golf Verband e.V. (DGV), Greenkeeper Verband Deutschland e.V. (GVD), Golf Managemenet Verband Deutschland (GMVD), Bundesverband Golfanlagen (BVGA), PGA of Germany, Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG), European Institute of Golf Course Architects (EIGCA), Landwirtschaftskammer Rheinland, DEULA Rheinland GmbH, DEULA Bayern GmbH und Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) reagierte prompt: Ihr Vorsitzender, Klaus Dallmeyer, veröffentlichte jetzt nachstehenden Leserbrief:

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Deutsche Greenkeeper – Meister ihres Fachs!
Zu Jungs, was macht Ihr hier?
ZEIT-GOLFEN vom 28.07.16

 

„Wer die Greenkeeper auf deutschen Golfplätzen zusammengefasst als ‚Banausen ohne Erziehung‘ bezeichnet, diskreditiert sich selbst. Mit seinem Werturteil zeigt der Ire Frank Gorman, dass er kollegialen Respekt vermissen lässt und sich über den hohen Qualitätsstandard der deutschen Greenkeeper Aus- und Fortbildung offensichtlich nicht informiert hat. Die Greenkeeper-Ausbildung ist in Deutschland staatlich anerkannt, die staatlich geprüften Greenkeeper verfügen über eine exzellente berufliche Qualifikation. Um sich beispielsweise ‚Geprüfter Greenkeeper – Fachagrarwirt Golfplatzpflege‘ nennen zu dürfen, vergehen von der Ausbildung in einem ‚grünen‘ Beruf, über die geforderte Berufserfahrung, bis zur staatlichen Fortbildungsprüfung circa acht Jahre. Dementsprechend erfahren und vielseitig qualifiziert sind deutsche Greenkeeper. Die bekanntermaßen solide deutsche Ausbildung, gepaart mit einer standortangepassten Pflegephilosophie bringt nachweislich exzellente Ergebnisse! Dazu zählt auch der fachgerechte und die Belange des Natur- und Umweltschutzes Rechnung tragende Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Herr Gorman sollte sich selber weiterbilden, am besten durch eine Rundreise zu Golfanlagen, die von deutschen Greenkeepern gepflegt werden. Die Adressen der ‚Meister ihres Faches‘ stellen wir ihm gern zur Verfügung.“

 

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Die erst 2016 aktualisierte Broschüre „Anforderungsprofil für Golfplatz-Pflegepersonal“ der AGQ finden Sie als Download hier ...

 

(Foto: www.colourbox.de)
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