Das „Monster“ – von Anfang an für Großevents ausgelegt

Am 17. Mai 2017 wurde der Green Eagle-Nord Course im Rahmen der Porsche Media Trophy einigen Medienvertretern vorgestellt – als Auftakt der Porsche European Open 2017, die vom 27.-30. Juli 2017 hier ausgetragen werden.

 

Der golfmanager war vor Ort, um den von Rock-Legende Alice Cooper als „grüne Hölle“ bezeichneten Platz in Augenschein zu nehmen und mit den Verantwortlichen der Anlage ein Gespräch zu führen. Unser Fazit: „Der Spitzname ‚Monster‘ ist mehr als gerechtfertigt. Der Nord Course ist ein Tourplatz, auf den sich die Spieler freuen können.

 

Bereits jetzt ist absehbar, dass sich ein Spitzenfeld in der Metropolregion Hamburg zur dritten Auflage der Porsche European Open in Green Eagle einfinden wird. „Der neue Termin unmittelbar nach den British Open bietet den Stars die Möglichkeit, in Europa zu bleiben und bei den Porsche European Open abzuschlagen“, so Dominik Senn, Turnierdirektor und CEO des Veranstalters 4Sports & Entertainment AG. In nur zwei Jahren seiner Austragung haben sich die Porsche European Open mittlerweile zu einem „Highlight“ unter den Profigolfturnieren entwickelt; wurde bislang im niederbayerischen Bad Griesbach abgeschlagen, wird 2017 erstmals vor den Toren Hamburgs auf der Golfanlage Green Eagle aufgeteet. Der Nord Course gilt dabei mit 7.161 Metern als einer der längsten Plätze in Europa und wurde schon bei der Entwicklung als potenzieller Austragungsort für internationale Großevents ausgelegt. Die im Vorfeld des Turniers noch vorgenommenen Umbauten am Platz wurden von Michael Blesch als Platzdesigner sowie seinem langjährigen Greenkeeper-Team um Head-Greenkepeer Jens Ratajczyk geplant und umgesetzt. Jeremy Slessor von European Golf Design begleitete den Umbau als externer Berater.

 

Wir stellten Michael Blesch, neben Ralf Lühmann einer der beiden Inhaber, einige Fragen über Green Eagle als European Tour Destination.

 

? Herr Blesch, herzlichen Glückwunsch! Ihr großes Ziel, Austragungsort eines European Tour Events zu werden, geht dieses Jahr in Erfüllung. Wie lange arbeiten Sie bereits auf dieses Ziel hin?

 

! Seit dem ersten Tag – bereits 1997, als wir Green Eagle Golf Courses gründeten! Zuerst bauten wir den 18-Löcher-Süd Course, 2006 wurden die ersten neun Löcher, 2008 der gesamte Nord Course eröffnet.

 

Der Nord Course erstreckt sich über insgesamt 86 Hektar und wurde von Anfang an darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse internationaler Profiturniere zu erfüllen. Mit seinen 7.161 m Länge vom Champions-Tee ist er der längste Platz der European Tour und zählt zu den zehn längsten Plätzen der Welt. Wir haben bereits mehrere Profiturniere auf dem Nord Course ausgetragen, immer wieder Optimierungen vorgenommen, zuletzt den Bau vieler Naturtribünen nicht nur an den „final holes“, sondern auf dem gesamten Course, um den Zuschauern einen optimalen Blick auf die internationalen Profis zu ermöglichen.

 

? Sie gehören nun zu dem kleinen, illustren Kreise deutscher European Tour-Standorte. Was versprechen Sie sich als Betreiber der Anlage davon?

 

! In erster Linie einen großartigen Golfplatz, welcher von sich reden macht und neben den Profis vor allem auch unsere Mitglieder und Gäste begeistert! Wir hoffen auch, dass dieses Event viele begeisterte Zuschauer erreicht, es den Golfsport insgesamt in Deutschland belebt und möglichst allen Golfclubs in der Metropolregion Hamburg zahlreiche Neugolfer beschert.

 

Natürlich erhoffen wir uns auch neue Mitglieder und Greenfee-Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus Dänemark und Schweden.

 

? Welche Umbaumaßnahmen mussten für die European Tour umgesetzt werden? Wurde Ihr eigenes Team in die Planung und Umsetzung der Umbaumaßnahmen integriert?

 

! In nur sechs Wochen wurden sechs Grüns (4, 5, 8, 9, 11 und 17) umgebaut. Um sie in internationaler Turnierqualität bespielbar zu präsentieren, waren allerdings sehr viel Arbeit und starker Wille nötig.

 

Die Grüns wurden komplett neu modelliert. Durch weiche Ondulationen entstanden ebenere Flächen, wodurch mehr Fahnenpositionen möglich sind und vor allem auch eine höhere Grüngeschwindigkeit von bis zu 13 Fuß! Der Umbau selbst wurde durch unser eigenes Greenkeeping-Team umgesetzt. So etwas – dazu noch in so kurzer Zeit – ist nur mit einer eingespielten und erfahrenen Mannschaft möglich. Dies bestätigte uns auch Jeremy Slessor von European Golf Design, der uns während des Umbaus beratend zur Seite stand. Mit den schon zuvor umgebauten Grüns 6 und 7 präsentiert sich der Nord Course zum Turnier im Juli mit insgesamt acht neuen, einzigartigen Grüns. Dazu wurden 16 Bunker ebenfalls neu gestaltet oder zusätzlich integriert. Diese sind vor allem dichter an die Grüns gerückt und mit steileren Kanten versehen worden, um dem Anspruch der Welt-Elite gerecht zu werden.

 

? Die Anforderungen der European Tour an die Plätze sind hoch. Inwieweit musste der Pflegeplan des Nordkurses verändert werden oder waren Sie bereits auf einem guten Weg? Welche besonderen Herausforderungen mussten Sie lösen (z.B. Grüngeschwindigkeit bei viel Wind)?

 

! Wir stehen in ständigem Austausch mit dem für uns verantwortlichen Greenkeeper der European Tour. Das durch Green Eagle vorgestellte Pflegekonzept wurde ohne Änderungen so angenommen – darauf sind wir besonders stolz.

 

Vorerst sind somit keine außergewöhnlichen Maßnahmen geplant, der Nord Course wurde bereits in der Vergangenheit täglich wie ein Meisterschaftsplatz auf höchstem Niveau gepflegt. Lediglich das Rough soll hochgedüngt werden, um den Schwierigkeitsgrad noch weiter zu erhöhen.

 

? Sie haben mittlerweile fast 1.400 Mitglieder. Wie groß ist die Vorfreude Ihrer Mitglieder auf das Event? Gibt es innerhalb der Mitglieder auch Bedenken?

 

! Nein, bisher keinerlei Bedenken, nur positiven Zuspruch! Wir sind ein sehr sportlicher Club, mit langjährigen Mitgliedern, die uns von Anfang an begleitet und unterstützt haben. So auch jetzt!

 

Wir haben aber natürlich versucht, die Einschränkungen möglichst gering zu halten, was durch 2 x 18 + 6 Löcher bislang gut gelang. Vor Turnierstart wird der Nord Course drei Wochen geschlossen, der Süd Course lediglich eine Woche. Außerdem gibt es Vereinbarungen mit den umliegenden Clubs hinsichtlich reduzierter Greenfee-Raten für unsere Mitglieder.

 

Herr Blesch, wird danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

 

Das Gespräch führte unser Kollege Max Freyn, selbst leidenschaftlicher Golfer (Hcp 1,6), der sich nach eigener Aussage dem „Monster" geschlagen geben musste.

 

Stand: golfmanager 03/2017

Immer mit seitlichem Wasserhindernis: die Bahn 18 in Green Eagle (Alle Fotos: Green Eagle GC)
Michael Blesch und Ralf Lühmann, die beiden visionären Inhaber der Green Eagle Golf Courses
„Urlaubsfeeling“ erfahren Besucher in der Restauration mit
zurück