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Damit gewinnen alle!

Golf in der freien Natur, auf ansprechend gestalteten Golfanlagen, erfreut sich großer Beliebtheit und hat einen hohen Freizeitwert. Damit optimale Bedingungen für einen anspruchsvollen Teilnehmerkreis geschaffen werden können, arbeiten verschiedene Berufsgruppen in diversen Bereichen abgestimmt miteinander. Alle diese Tätigkeiten werden von Beschäftigten ausgeübt, die dabei, wie in jedem anderen Unternehmen auch, bei der gesetzlichen Unfallversicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert sind. Für Sportvereine ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zuständig, somit auch für die Golfclubs.

 

Gesetzlich gefordert: Eine passende Arbeitssicherheitsorganisation

Sieht man den Golfclub als ganz normales Unternehmen an, so hat der Unternehmer, in einem Verein meist der Vorstand oder ggf. ein Geschäftsführer, für eine geeignete und funktionierende betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation zu sorgen. Dabei sind eine Vielzahl von staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Gesetzen und Regelwerken zu beachten. Die Einhaltung dieser gesetzlichen Vorgabe wird durch die VBG auch überwacht, um die maßgeblichen Gesetzesforderungen nach Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Erste Hilfe in den Vereinen sicher zu stellen. Eine Überwachung kann zusätzlich von staatlicher Seite durch die Gewerbeaufsichtsämter erfolgen.

 

Die gesetzlich geforderte Arbeitssicherheitsorganisation, ausgerichtet auf die Beschäftigten und nicht auf die Golf-Spielenden, besteht im Wesentlichen aus folgenden Aspekten:

  • Beurteilung der Arbeits­bedingungen (sog. Gefähr­dungsbeurteilung): Ein Dokument, das alle mit den Tätigkeiten verbundenen Gefahren und Risiken ­benennt und bewertet und wirksame Gegenmaßnahmen ­beschreibt.
  • Unterweisungen: Auf Basis der Gefährungsbeurteilung werden die ­Beschäftigten hinsichtlich möglicher mit der Arbeit verbundenen Gefahren und Risiken aufgeklärt.
  • Sicherheitstechnische Betreuung (kann auch ­extern vergeben werden): Ein Experte, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, berät den Unternehmer in allen Fragen der Arbeitssicherheit, z.B. Maschinensicher­heit, Lärm (durch Maschi­nen) oder Umgang mit Gefahr­stoffen.
  • Betriebsmedizinische Betreuung (kann auch ­extern vergeben werden): Ein Experte, der Betriebsarzt, berät den Unternehmer in allen Fragen der arbeitsmedizinischen Vorsorge für die Beschäftigten, z.B. Zeckenbisse oder Gehör- und Augenuntersuchungen.
  • Erste-Hilfe-Organisa­tion: ­Bei medizinischen Notfällen (z.B. Herz-/Atemstillstand) oder Unfällen (z.B. Knochen­bruch, Schnittverletzung) muss den Beschäftigten schnell geholfen werden, bis professionelle medizinische Hilfe eintrifft. Hierzu müssen Sachmittel (z.B. Verbandmaterial) vorhanden sein. Betriebliche Ersthelfer sind in ausreichender Zahl auszubilden.
  • Brandschutzorganisation: Im Brandfall müssen die Beschäftigten wissen, was zu tun ist. Hierzu müssen Sachmittel (z.B. Feuerlöscher) vorhanden sein. Brandschutzhelfer sind in ausreichender Zahl auszubilden und Flucht- und Rettungswege sowie Sammelplätze sind zu beschildern.
  • Prüfung von Arbeits­mitteln: Alle Arbeits­mittel, von der Schreibtisch­lampe über Leitern und Tritte bis zum Mähtraktor, sind regel­mäßig (mindestens jährlich) fachkundig zu prüfen und das Prüfergebnis ist zu dokumentieren.
  • Umgang mit Gefahr­stoffen: Für verwendete Gefahrstoffe (z.B. Benzin, Pflanzenschutzmittel, Dünger) ist eine Mengen­erfassung erforderlich und die Beschäftigten müssen über den Umgang mit bzw. die Gefährlichkeit der Stoffe unterwiesen werden.
  • Sonstiges: Besondere Gefährdungen für die Beschäftigten, z.B. durch Witterung, Blitze oder Sonneneinstrahlung, sind ebenfalls durch ­geeignete Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen.

 

Um den Umfang der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung der Golfclubs durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und durch einen Betriebsarzt in einem vernünftigen Rahmen zu halten, gibt es besondere Betreuungsmodelle für Vereine mit bis zu zehn Beschäftigten bzw. sogar mit bis zu 50 Beschäftigten, das sog. „Unternehmermodell“.

 

Arbeitssicherheits­organisation schafft Qualität

Viele der vorgenannten Aspekte kommen zusätzlich auch den Golf-Spielenden zugute, denn für diesen Personenkreis übernimmt der Golfclub auch Verantwortung, z.B. durch die Verkehrssicherungspflicht. Eine funktionierende Arbeitssicherheitsorganisation ist unter anderem Voraussetzung für die effiziente Arbeit der Beschäftigten und hat meistens positive Auswirkungen auf die gesamte Qualität einer Golfanlage.

 

Die größte Hürde für den Aufbau und die Umsetzung der Arbeitssicherheitsorganisation ist für die Verantwortlichen, damit zu beginnen. Hilfe leisten hierbei die regional ansässigen Präventionsberater der VBG, den Aufsichtspersonen, die vor Ort beraten. Darüber hinaus haben Verantwortliche oder Beschäftigte in den Vereinen die Möglichkeit, Fachseminare in den VBG-Akademien kostenlos zu besuchen. Die Aus- und Fortbildung der betrieblichen Ersthelfer wird von der VBG bezahlt. Alle übrigen Kosten mit Bezug zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz sind vom Verein zu tragen. Zusätzlich unterstützt die VBG die Sportvereine mit fachbezogenem Informationsmaterial unter www.vbg.de/sportvereine. Das vollständige Beratungs- und Unterstützungsangebot der VBG kann auf der Homepage www.vbg.de eingesehen werden.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Beschäftigte in den Golfclubs bei ihren betrieblichen Tätigkeiten einer Vielzahl von Gefährdungen ausgesetzt sind. Deshalb müssen die Verantwortlichen, meist der Vorstand, dauerhaft eine betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation einrichten und finanzieren. Die Umsetzung in den Golfclubs wird überprüft. Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages unterstützt und berät die VBG ihre Mitgliedsunternehmen in vielfältiger Art und Weise. Die VBG ist mit insgesamt 11 Niederlassungen, den sog. Bezirksverwaltungen, bundesweit flächendeckend vertreten.

 

Autor: Christof Radusch

 

Das Qualitätsmanagement GOLF&NATUR des Deutschen Golf Verbandes bereitet die Golfanlagen für einen ausreichenden und nachhaltigen Arbeits- und Gesundheitsschutz vor.  

 

Ziel ist es unter anderem, das Thema Arbeitssicherheitsorganisation den Golfclubs nahezubringen und die ersten Schritte zu einer ordnungsgemäßen Arbeits- und Gesundheitsschutzorganisation zu erleichtern.

 

GOLF&NATUR = Zertifikat für eine ord­nungsgemäße, umweltbewusste und nachhaltige Golf-Betriebsführung.  

 

Weitere Informationen zu GOLF&NATUR erhalten Sie beim Deutschen Golf Verband, Marc Biber, Teamleiter Umwelt & Platzpflege, E-Mail: biber (at) dgv.golf.de 

Unfallanzeigeformular der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
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