Beirat zur Stiftungsprofessur „Rasenwissenschaft“ tagte an der Hochschule Osnabrück

Am 5. Dezember 2017 trafen sich die Mitglieder des Beirates zur Stiftungsprofessur Rasen auf Einladung der Deutschen Rasengesellschaft und der Hochschule Osnabrück in den Räumen des ILOS-Institutes zur zweiten Sitzung. Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing stellte sich als neuer Stelleninhaber der Professur „Nachhaltiges Rasenmanagement“ vor und begrüßte gemeinsam mit Prof. Martin Thieme-Hack die zwölf anwesenden Vertreter des Beirates.

 

Da sowohl bei der Lehre als auch bei der Forschung im Fachbereich „Nachhaltiges Rasenmanagement“ ein enger Bezug zur Praxis gewährleistet werden soll, bietet der Beirat die besten Voraussetzungen, Anregungen und Feedback aus dem Kreis der „Turfgrass Industry“ mit einzubringen.

 

Lehrveranstaltungen haben begonnen

Erfreulicherweise konnte der Start in die Lehre im WS 2017/18 bereits mit zwei Lehrveranstaltungen in den Wahlpflichtmodulen „Rasen als Kultur“ (10 Studierende) sowie „Rasenanlage und Pflegemanagement“ (13 Studierende) aufgenommen werden.

 

Die weitere Einbindung durch Wahlpflichtfächer ist zum SS 2018 in Master- und Bachelorstudiengängen geplant. Die Vertreter des Stifterkreises zeigten sich erfreut über diese positive Entwicklung.

 

Die Beiratsmitglieder erfuhren während des Meetings, dass im Rahmen einer umfassenden Zulassungsreform an der Hochschule Osnabrück zum WS 2018/19 eine neue Zuordnung des Moduls „Angewandte Rasenwissenschaft“ im Studiengang „Angewandte Nutztier- und Pflanzenwissenschaften“ ANP (M. Sc.) mit entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen erfolgen wird (s. Übersicht 2). Die Studierenden der drei „Rasenmodule“ (Übersicht 3) erhalten dann nach erfolgreichem Abschluss ein Zeugnis mit dem Schwerpunkt „Angewandte Rasenwissenschaft“ („Applied Turfgrass Science“).

 

Bei Vorstellung des Curriculums für den Masterstudiengang „Angewandte Rasenwissenschaft“ (s. Übersicht 1) wurde auf die kurze Präsenszeit von 24 bis maximal 30 Wochen hingewiesen. Damit ist der Studiengang insbesondere für die Arbeit in Forschung und Entwicklung sowie als Duales Studium in Kooperation mit Industrieunternehmen ausgelegt.

 

Rasenforschung an der HS Osnabrück wird intensiviert

Hinsichtlich Forschungsaktivitäten wies Prof. Dr. W. Prämaßing auf die Möglichkeit zu vielfältigen Kooperationen mit anderen Universitäten (z. B. Hohenheim) und Hochschulen (z. B. Geisenheim) auf nationaler Ebene hin. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten zu einem internationalen Austausch, beispielsweise mit dem NIBIO-Institut in Norwegen oder der Universität in Wageningen (NL).

 

Besonders naheliegend sind gemeinsame Projekte mit anderen Studiengängen an der Hochschule Osnabrück. Am ILOS-Institut werden beispielsweise seit geraumer Zeit Forschungsprojekte zu aktuellen Fragen der Herstellung von Hybridrasen, aber auch Fragen der Rasenpflege bearbeitet.

 

Prof. Dr. W. Prämaßing rief im Zusammenhang mit den Forschungsmöglichkeiten an der HS Osnabrück dazu auf, auch Forschungsfragen aus dem Beirat zu entwickeln und als Projekte zu formulieren. Aus dem Kreis des Beirates kam spontan der Hinweis, im Themenbereich Pflanzenzüchtung den Kontakt zur GFPI (Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e.V.) zu nutzen.

 

Finanzierung für fünf Jahre gesichert

Der Vorsitzende der Deutschen Rasengesellschaft e.V., Dr. Harald Nonn, berichtete den Teilnehmern, dass alle vertraglich zugesagten Fördergelder der Stifter an die DRG eingezahlt wurden, so dass die Auszahlung durch die DRG an die Hochschule ordnungsgemäß erfolgte. Bedingt durch den verzögerten Start der Stiftungsprofessur in 2017 ergaben sich Überschüsse, die auf Beschluss des Beirates zur Finanzierung der anfallenden Forschungsaufwendungen genutzt werden sollen.

 

Bezüglich der Stellenentwicklung entscheidet die Hochschule Osnabrück nach drei Jahren, wie mit der Stiftungsprofessur weiter verfahren wird. Dabei sind drei Varianten möglich:

  1. Entfristung der Stelle und ­Übernahme der Finanzierung.
  2. Beendigung des Projektes nach fünf Jahren.
  3. Der Stifter trägt weiterhin die Kosten der Stelle.

 

Der Beirat beschließt, dass weitere Stifter akquiriert werden sollen, um die Rasenforschung in Deutschland auch zukünftig optimal fördern zu können.

 

Zum Stifterkreis in der Startphase zählen folgende Institutionen, Verbände bzw. Firmen:

  • DEULA Bayern GmbH
  • DEULA Rheinland GmbH
  • Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB)
  • Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL)
  • Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)
  • Deutsche Saatveredelung AG (DSV)
  • EUROGREEN GmbH
  • Forschungsgesellschaft Landschafts­bau Landschafts­entwicklung e.V. (FLL)
  • Förderkreis landschafts- und sportplatzbauliche Forschung e.V. (FLSF)
  • Greenkeeperverband Deutschland e.V. (GVD)
  • iNova Green GmbH
  • INTERGREEN AG
  • Juliwa-Hesa GmbH

 

Ausblick

Im Hinblick auf die Anerkennung der Ausbildungsinhalte der Greenkeeper-Fortbildung wird angeregt, dass die DEULA-Lehranstalten Bayern und Rheinland gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück die Lehrpläne und Ausbildungshandbücher abgleichen, um die Möglichkeit zur Anrechnung von Leistungen für die Module zu prüfen. Auf diese Weise bietet sich für das Greenkeeping die Chance, auch in Deutschland den höchsten Ausbildungs-Level zu erzielen.

 

Auf der Grundlage der möglichen Einstiegsvoraussetzungen zum Master-Studium „Angewandte Rasenwissenschaft“ sollte für die Zukunft eine gefragte Anzahl von Rasen-Spezialisten für die vielfältigen Herausforderungen in diesem grünen Berufsfeld hervorgehen.

 

Autor: Dr. Klaus G. Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V., 48231 Warendorf, E-Mail: klaus.mueller-beck (at) t-online.de | Rasen 01/2018

 

Abb. 1: Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing (Mitte) im Kreise der Mitglieder des Beirates „Rasenwissenschaft“. (Foto: DRG)
Übersicht 1: Schwerpunkte des 4-semestrigen Studienganges „Rasenwissenschaften.(Quelle: HS Osnabrück)
Abb. 2: Prüfung von Einzelpflanzen bei der Rasengräser-Züchtung. (Foto: K.G. Müller-Beck)
Übersicht 2: Zugangsvoraussetzungen zum Master-Studium „Angewandte Rasen­wissenschaften“. (Quelle: HS Osnabrück)
Übersicht 3: Pflichtmodule zum Master-Studium „Angewandte Rasenwissenschaften“. (Quelle: HS Osnabrück)
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