29 neue Geprüfte Greenkeeper/­Fachagrarwirte Golfplatzpflege

Am 19. und 20. Dezember 2017 war es wieder so weit: 31 Kandidaten traten zur abschließenden Fortbildungsprüfung „Geprüfter Greenkeeper – Fachagrarwirt/in für Golfplatzpflege“ an. 29 Teilnehmer haben diese Prüfung erfolgreich absolviert und konnten die begehrte Urkunde in Empfang nehmen. Jahrgangsbeste wurde Lisa Kaspar vom Golfpark Bostalsee.

 

Herzlichen Glückwunsch an alle erfolgreichen Prüfungsteilnehmer. Seit der ersten Prüfung im Jahr 1990 hat die DEULA Rheinland nun 1.186 Geprüfte Greenkeeper für die Golfplatzpflege hervorgebracht.

 

Die Fortbildung zum Fachagrarwirt für Golfplatzpflege findet berufsbegleitend neben der täglichen Arbeit statt und mancher Teilnehmer „opfert“ auch seinen Urlaub für den Besuch der Fortbildungskurse. Im Regelfall besuchen die Teilnehmer innerhalb von zwei Jahren insgesamt neun Kurswochen (seit 2018 zehn!), verteilt auf vier Lehrgangsblöcke. In der Zeit zwischen den Kursblöcken können sich die angehenden Greenkeeper eigenverantwortlich mit dem Lehrstoff auseinandersetzen, in dem sie über den Fortbildungszeitraum insgesamt sieben Lehrbriefe bearbeiten. Am Ende des letzten Kursblockes stehen dann die schriftlichen Abschlussprüfungen, bestehend aus drei Klausuren von jeweils zwei Stunden Dauer, in denen folgende Fachgebiete geprüft werden:

 

  1. „Anforderungen an einen ­Golfplatz“ und „Ökologische und rechtliche Grundsätze“
  2. „Vegetationsbedingte Pflege“ und „Wartung und Einsatz von Maschinen und Geräten“
  3. „Golfplatz und Spielbetrieb“ und „Arbeitsorganisation und Betriebsführung“.

 

Bei der praktischen Abschlussprüfung handelt es sich um eine projektbezogene Prüfung. Dies bedeutet, dass der Prüfling eine umfangreiche praktische Aufgabe erhält, in der ihm eine formulierte Situation in Form von Text, Bildern, Bodenprofilen, Fallbeispielen von Platz- und Spiel­elementen oder zum Turnierbetrieb etc. dargestellt wird. Der Teilnehmer muss das Gesamtproblem erfassen, analysieren, nach Lösungen suchen und mit geeigneten Mitteln beheben. Dazu haben die Teilnehmer eine Vorbereitungszeit von 30 Minuten, um danach die geplanten Lösungsansätze und durchzuführenden Maßnahmen der Prüfungskommission vorzustellen sowie die Umsetzung am praktischen Beispiel zu erläutern.

 

In der praktischen Durchführung, im Prüfungsteil „Die Golfplatzpflege“, kann dies z.B. in der Vorbereitung und dem Einsatz einer bestimmten Maschine münden, um anschließend das Arbeitsergebnis zu beurteilen.

 

Im Prüfungsteil „Der Golfbetrieb“ wird Organisation und Pflegemanagement verlangt. Hier kann der Kandidat anhand eines Fallbeispiels z.B. den organisatorischen Ablauf einer Turniervorbereitung planen und die Umsetzungsmethoden erläutern.

Durch diese projektbezogene praktische Prüfung ist es der Prüfungskommission möglich, neben dem Fachwissen, insbesondere die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu bewerten, Probleme in Zusammenhängen zu erkennen, zu beurteilen und anhand entsprechender Lösungen umzusetzen. Ebenso können die vielfältigen Fertigkeiten, die von einem Greenkeeper erwartet werden, hierbei gerecht beurteilt werden, da nicht nur Einzelaufgaben, sondern Arbeiten in komplexen Zusammenhängen durchgeführt und bewertet werden.

 

Nachfolgend ein kleiner Abriss der Inhalte, die geprüft wurden:

  • Früherkennen von Krank­heiten und Schädlingen, reduzieren von Krankheitsdruck, Möglichkeiten und Durchführung von Gegenmaßnahmen.
  • Niederschlagsmengen, Wasserverteilung, ­Be­regnungsintensitäten.
  • Wasser- und Nährstoffbedarf je nach Witterung, Bodenart, Spieldruck und ­Pflegezustand.
  • Angepasste Pflegemaßnahmen nach Turnierplan und ­Pflege­bedarf.
  • Bodenkunde: Zusammensetzung, Kornabstufung und Kornform von Rasentragschichtsubstraten und resultierende Eigenschaften. Maßnahmen zur Bodenverbesserung in Verbindung mit den entstehenden Kosten.
  • Maschinenpflege, ­ge­zielter und materialschonender Einsatz entsprechend Qualitätszielen, und Berücksichtigung von gesetzlichen Auflagen für die Pflege des Platzes, besonders der Biotope.
  • Erkennen von Grasarten, Pflanzenbeständen und Zuordnen von ­Eigenschaften.
  • Arbeitswirtschaft, ­Arbeitsplanung, Motivation, Turniervorbereitung, Wirtschaftlichkeit, Kostenkalkulation.

 

An dem zweitägigen Prüfungsmarathon in der Vorweihnachtszeit stellten sich nun die Kandidaten der zwölfköpfigen Prüfungskommission.

 

Zum Abschluss der Prüfung hielt der Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen, Karl Werring, die Festansprache, dankte den Teilnehmern für ihre Leistungen und überreichte mit den besten Wünschen die Urkunden.

 

Gert Schulte-Bunert, der Präsident des Greenkeeper Verbandes Deutschland, fand anerkennende Worte für das Interesse, sich fortzubilden und dafür, dass sie dieses Ziel „Greenkeeperprüfung“ so erfolgreich umgesetzt haben. Er machte aber auch deutlich, dass Lernen ein berufsbegleitender Prozess ist und dass eine gesunde Neugier demnächst die Lust am Weiterlernen entfachen kann.

 

Thomas Pasch, Fachbereichsleiter Greenkeeping der DEULA Rheinland, dankte den Teilnehmern und überreichte der Prüfungsbesten Lisa Kaspar einen Buchpreis als Erinnerung und Anerkennung.

 

Ein herzlicher Dank geht an alle für die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Dank an die Lehrgangsteilnehmer, Prüfer, Dozenten, Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer NRW sowie der Maschinenindustrie für die Bereitstellung der Technik.

 

Wir wünschen den Geprüften Greenkeepern ein erfolgreiches Umsetzen des Gelernten in ihrer beruflichen Zukunft sowie viel Freude an der Arbeit und eine erfolgreiche Pflegesaison 2018.

 

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing, DEULA Rheinland | Greenkeepers Journal 01/2018

Als Lehrgangsbeste der DEULA-Fortbildung „Geprüfter Greenkeeper – Fachagrarwirt/in für Golfplatz­pflege“ auch bei der Jahrestsagung des GVD in Niedernhausen im Februar 2018 geehrt: Lisa Kaspar ­(Mitte), hier im Gespräch mit Dr. Klaus Müller-Beck (li.) und Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing
Gruppenbild der erfolgreichen Absolventen mit LWK-Präsident Karl Werring (vorne, Mitte) und ­Mitgliedern des Prüfungsausschusses
Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, überreicht der Prüfungsbesten Lisa Kaspar die Urkunde.
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