Extreme Temperaturen – Gefahr für Gewässer auf Golfanlagen?

Best practice Greenkeeping

Seit Wochen hohe Temperaturen, fehlende Niederschläge – die Natur leidet, aber auch unsere Teiche und Tümpel auf der Golfanlage. Steigende Wassertemperaturen, hohe Verdunstungsraten und abnehmender Sauerstoffgehalt bringen Probleme für den Fischbesatz mit sich. Aber auch ein anderes Phänomen sorgt für Schlagzeilen – die starke Vermehrung der Blaualge.

 

 

Aufschwimmende Fadenalgen (Foto: B. Licht)
Blaugrüne Schlieren, die Blaualge (Foto: C. Silberbach)

Anders, als der Name es vermuten lässt, handelt es sich nicht wirklich um Algen, sondern um Cyanobakterien. Sie gehören zu den ältesten Lebensformen und kommen in vielen Gewässern vor. In kleinen Kolonien sind sie harmlos, problematisch ist jedoch eine Massenvermehrung, die durch Hitze und einen hohen Phosphorgehalt gefördert wird. Zu erkennen sind sie am getrübten Wasser, blaugrünen Schlieren und Algenteppichen an der Oberfläche, nicht zu verwechseln mit den zur Zeit ebenfalls aufschwimmenden Fadenalgen. Gefahr geht von den giftigen Abbauprodukten aus, die Toxine verursachen Haut- und Augenreizungen, sowie Entzündungen der Atemwege. Es kann sogar zu schweren allergischen Reaktionen kommen.

 

Doch nicht alles, was an der Oberfläche schwimmt, ist auch eine Blaualge. Zudem sind nicht alle Blaualgenarten bedrohlich. Trotzdem gilt derzeit der Warnhinweis: Bei Arbeiten im Teich direkten Körperkontakt unbedingt vermeiden, geeignete Schutzkleidung tragen und Arbeiten am Teich in die kühlere Jahreszeit verlegen!

 

Haben Sie Erfahrungen mit Blaualgen? Dann teilen Sie uns und Ihren Kollegen diese mit, per Mail, Telefon oder auch nur als „mal eben schnell gemachtes“ Handyfoto auf dem Platz. Zuschriften gerne über E-Mail: beate.licht (at) googlemail.com oder s.vogel (at) koellen.de.

 

Autorin: Beate Licht | 08/2018

FEEDBACK

in chronologischer Anordnung


Im Anschluss an eine Algenentnahme aus einem Golfplatzteich habe ich zuerst „nur“ juckende Hautausschläge bekommen. Zwei Tage später kam es zu einem allergischen Schock, mit Herzrhythmusproblemen. Trotz enganliegender Neoprenkleidung am gesamten Körper ist minimal kontaminiertes Wasser an meine Haut gekommen, das waren einige ml zu viel. Deshalb meine Bitte an Sie als Greenkeeper: Vermeiden Sie ihrer Gesundheit zuliebe derzeit Arbeiten am Teich. Sind Arbeiten dringend erforderlich, so tragen Sie unbedingt wasserdichte Handschuhe mit langem Schaft und sorgen dafür, dass die Haut keinen Wasserkontakt bekommt. Zitat meines Hausarztes: „Eine Stunde später und das wäre es gewesen.“ Sie haben nur eine Gesundheit, bitte geben sie Acht auf sie.

 

Carsten Silberbach, Gewässerwart Sportfischer Verein Kaarst und Gewässer-Berater Golfpark Rittergut Birkhof | Aug. 2018


Presse-Fundstücke zum Anklicken zum Thema Blaualgen, recherchiert von B. Licht, Aug. 2018

 

 

„Hitze-Folgen – Blaualgen sorgen für Absage des Schwimmens beim Ironman in Hamburg“ – Online-Beitrag unter rp-online.de.
„Düsseldorf: Strandbad Nord am Unterbacher See vorübergehend wegen Blaualgen geschlossen“ – Online-Beitrag unter report-d.de
„What you should know about toxic blue-green algae blooms“ – Online-Beitrag unter cbc.ca. Der Bericht aus England zeigt, dass sogar Tiere an einer Blaualgenvergiftung sterben können, in diesem Fall Hunde.

Bzgl. Gefahren für Vierbeiner bei hohen Temperaturen auf der Golfrunde übersandte uns Michael Althoff, Autor unserer FachMagazine und Betreiber der Website golf-mit-hunden.de folgende Tipps:

 

Wer auch bei hohen Temperaturen mit Hunden auf die Runde gehen möchte, sollte drei einfache Tipps beachten:

 

1. Gerade bei hohen Temperaturen gilt: Hunde unbedingt anleinen. Dies sollte zwar generell für Golfrunden mit Hund gelten, ist aber gerade bei hohen Temperaturen wichtig. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Vierbeiner plötzlich eigene Wege gehen und beispielsweise in Teiche mit hoher Algenbelastung springen.

 

2. Ausreichend Wasser mitnehmen und Zeit für Trinkstops einlegen. Was für Zweibeiner gilt, ist auch für Hunde wichtig: ausreichend trinken! Daher unbedingt Napf und Wasser mit auf die Runde nehmen und immer wieder kleine Trinkpausen einlegen – im Zweifelsfall ruhig einmal die nachfolgende Gruppe Golfer durchspielen lassen und dem Hund eine kleine Pause gönnen.

 

3. Öfter mal mit dem Buggy auf die Runde gehen. Fahren ist für Zwei- und Vierbeiner weniger anstrengend, zudem bietet der Fußraum oft Schatten, auch bei Stops auf dem Fairway oder rund ums Grün wird der Buggy zum Schattenspender.

 

Michael Althoff, Redaktion Köllen-FachMagazine | Aug. 2018


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