Und jährlich grüßt das Murmeltier

11. GVD Frühjahrsfortbildung in Fulda

Zugegeben, der Titel dieses Beitrags ist sehr frei der US-amerikanischen Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ aus dem Jahr 1993 nachempfunden. Bill Murray spielt darin einen zynischen Wetteransager, der ein und denselben Tag immer wieder erleben muss, bis er geläutert sein Leben fortsetzen kann.

 

Richtiger müsste es in diesem Fall heißen, „... begrüßt der Greenkeeper Verband Deutschland (GVD) seine Mitglieder und in der Platzpflege Beschäftigte zu seiner Frühjahrsfortbildung“. Alljährlich findet diese regelmäßig früh ausgebuchte, zweitägige Veranstaltung in Fulda statt und stimmt mit aktuellen Themen, Networking und Praxis-Tipps auf die neue Golfsaison ein.

 

In diesem Zusammenhang passt dann aber auch der Begriff „Murmeltier“ wieder ganz gut, denn diese Gattung, die bei uns nur in den Gebirgslagen vorkommt, hält etwa sechs Monate Winterschlaf. Im deutschen Golf war das unter Umständen früher so, dass in den Wintermonaten der Spielbetrieb deutlich reduziert oder sogar ganz eingestellt werden konnte – es herrschte „Winterruhe“ auf dem Platz; heute ist angesichts der Klimaveränderungen an ein „Durchatmen“ oder gar „Schlaf“ längst nicht mehr zu denken.

 

Die Tagung 2017 stand ganz unter dem Motto „Greenkeeper – sachkundig nicht nur im Pflanzenschutz!“ Einem Wunsch der Greenkeeper folgend, wurde die vom Gesetzgeber im Zeitraum von drei Jahren durchzuführende Fortbildungsmaßnahme im Bereich Pflanzenschutz angeboten. Diese amtlich anerkannte Maßnahme ist bundesweit gültig, unabhängig vom Wohnort. Gesetzlich vorgeschrieben ist nicht nur der Umfang von insgesamt vier Stunden, sondern auch weitgehend die Inhalte rund um Gesetzgebung und Integrierten Pflanzenschutz (IPS).

 

Damit die Tagung bei diesem doch trockenen Thema spannend, lehrreich und aktuell blieb, hatte die inhaltliche Organisatorin, Beate Licht, diesen Teil auf zwei Tage mit jeweils einem zweistündigen Block aufgeteilt. Vorträge und Best-Practice-Beispiele aus den eigenen Reihen rundeten die Veranstaltung ab.

 

Im Bereich „Fortbildung‚ Sach­kundenachweis Pflan­zenschutz für Greenkeeper‘“ referierten über die vier Themenblöcke

  • Beate Licht (DGV AK Integrierter Pflanzenschutz)
    Aktuelle gesetzliche Grundlagen und Rechtsvorschriften im Bereich Pflanzenschutz
  • Heinrich Beltz (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)
    Methoden der thermischen Unkrautbe­kämpfung
  • Beate Licht
    Integrierter Pflanzenschutz in der Golfplatzpflege: Dollarfleck – Strategien in der Praxis
  • Dr. Gerhard Lung (DGV AK Integrierter Pflanzenschutz)
    Pflanzenschutzmittel-­Kunde: Zulassung, Kennzeichnung, ­Wirkungsweise

 

Daneben gab es interessante Vorträge zu hören von

  • Dr. Herwarth Talkenberg (Punctus), unter­stützt von Torsten Baltrusch (HGK Westfälischer GC Gütersloh) und Holger Tönjes ­(Geschäftsführer GC Gut Arenshorst)
    Dokumentation leicht gemacht: Greenkeeping Software Punctus II
  • Bernd Walther ­(Erminea GmbH)
    Maulwurf, Wühlmaus und Co. auf der ­Golfanlage
  • Adolf Hauth (HGK ­GC Am Reichswald)
    Durchforstungsmaß­nahmen bei einer ­Waldanlage
  • Mathias Schäfer (VBG) sowie Annette Fischer & ­Sven Hüßelbeck (ekspliki GbR)
    Arbeits- und ­Gesundheitsschutz im Greenkeeping

 

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir persönlich der Bericht von Adolf Hauth, der mit tollen Bildern und in gewohnt launiger, „Hauth‘scher Art“ die Besonderheiten einer groß angelegten Durchforstungsmaßnahme auf seinem Platz vorstellte. Allein 3.100 Festmeter Stammware wurden dem Sägewerk zugeführt! Die Aufgaben bei der Wiederherstellung von Lauf- und Fahrwegen, von  Weg­übergängen, Entwässerungsgräben verdeutlichten, was Greenkeeping neben reinen „Mäharbeiten“ noch beinhaltet. Auch das Geschick, für Aufräumarbeiten auf dem Platz freiwillige Helfer einzubinden, gehört dazu. Kurzum, von uns gibt es dafür das Prädikat „Hörenswert“ und die reich bebilderte Vortrags-PDF sei allen unter ­www.greenkeeperverband.de/tagungen unbedingt empfohlen.

 

Umfassende Neuorganisation bei den Tagungen

In der „Aktuellen Stunde“ berichtete GVD-Geschäftsführerin Christina Seufert über die Neuerungen auf der GVD-Homepage sowie über den Stand der nun einheitlichen Umwandlung der Regionalverbände in e.V.‘s.

 

Am Ende einer langen Amtszeit  nochmal ein Ausrufezeichen setzen, war wohl einer der Beweggründe des scheidenden GVD-Präsidenten Hubert Kleiner für die geplante, radikale Umstrukturierung der GVD-Tagungskonzeption. Kurz zusammengefasst sollen das Geschäfts- auf das Kalenderjahr umgestellt, die Frühjahrsfortbildung zur Bundesverbandstagung ausgebaut und die Regionalverbände mit ihren Herbsttagungen aufgewertet werden. Die Greenkeepermeisterschaft wird künftig wechselnd von den RVs ausgerichtet. Selbstverständlich unterstützt der Bundesverband. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Vorwort von Hubert Kleiner auf Seite 1. Konkret vorgestellt und zur Abstimmung gebracht werden soll die Neuorganisation auf der Jahrestagung in Potsdam, also schon jetzt den Termin vormerken:
26. – 28.10.2017
!

 

Autor: Stefan Vogel

Blick ins Auditorium (Alle Fotos: Stefan Vogel)

Christina Seufert, Geschäftsführerin GVD

Hubert Kleiner, Präsident GVD

Referentin Beate Licht

Referent Heinrich Beltz

Referent Dr. Gerhard Lung (hier in der Mitte als Zuhörer)

Referent Bernd Walther

Referent Adolf Hauth

Die Referenten Beate Licht mit Dr. Herwarth Talkenberg

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