„Ich habe Durst“, flüstert der Baum

FJU im Gespräch mit Christopher Raper

Bäume geben Töne ab. Ein Gespräch mit dem Course-Manager des GC Hösel Christopher Raper

 

Der Jahrhundertsommer 2018 brachte für die Natur erheblich Probleme. Auch die Bäume auf unseren Plätzen hatten zu leiden, denn sie haben bei Trockenheit das Problem, nicht genügend Wasser über ihre Wurzeln aus dem Boden aufnehmen zu können. Bäume leiden bei Wassermangel, das kann man sehen, aber dass sie bei Trockenheit auch „klagen“ können, haben französische Forscher herausgefunden: Bäume flüstern, sie können sogar Töne von sich geben. Über dieses Phänomen sprachen wir mit Course-Manager Christopher Raper.

 

? Wir wissen, Bäume liefern uns Sauerstoff und Früchte und sie bedeuten Leben. Im Sommer spenden sie Schatten und im Herbst leuchten sie in vielen Farben. Das ist unser oberflächliches Wissen, aber nicht alles?

 

! Natürlich nicht. Bäume sind sensible Organismen, die auf kleinste Schwankungen in der Umwelt reagieren. Wir sollten sie nicht nur als Material- und Nahrungslieferanten sehen. Bäume sind schützenswert und werden bei guter Pflege oft älter als hundert Jahre.

 

? Nun haben wir gelesen, dass Bäume flüstern können, sich also in Notfällen wie bei Wassermangel melden?

 

! In der Tat, bei Wassermangel stoßen Bäume im Ultraschallbereich Laute aus. Den Grund dafür haben französische Wissenschaftler entdeckt. Das ist mit feinen Mikrophonen messbar. Unser Ohr kann diese Klagen jedoch nicht hören.

 

? Ein Baum könnte Dir also zuflüstern, dass er Wasser braucht? So nach dem Motto: Chris, ich habe Durst?

 

! Natürlich nicht. Die Wissenschaftler haben erstmal herausgefunden, woher die Töne kommen. Diese Töne, besser sagen wir Ultraschallwellen, entstehen, wenn der Wasserfluss von den Wurzeln zu den Blättern abreißt. Wie es bei extremer Trockenheit vorkommt.

 

? Also können Bäume verdursten und verhungern?

 

! Natürlich, sie können an einer Mischung aus Verhungern und Verdursten sterben. Schädlinge spielen dabei eine Rolle, weil sie dann leichtes Spiel haben. So ist es an vielen Orten in diesem Sommer passiert.

 

Ein interessantes Phänomen, vielen Dank für das nette zwischen-„menschliche“ Gespräch, zum Jahresausklang bleiben wir neben Wasser aber sicher auch gerne bei Glühwein und Punsch.

 

Autor: Franz Josef Ungerechts | Greenkeepers Journal 04/2018

Chris Raper (Course-Manager, GC Hösel) im Gespräch mit einem seiner Bäume

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