Grünes Branchentreffen mit Besucherrekord

GaLaBau 2018 – eine Rückbetrachtung

Nach vier Messetagen ging Mitte September die 23. GaLaBau in Nürnberg zu Ende: Etwa 10% mehr Fachbesucher (über 70.000) waren es im Vergleich zu 2016, die ihren Weg nach Nürnberg fanden, um sich über Produkte und Trends für das Planen, Bauen und Pflegen mit Grün zu informieren. Interessant dabei auch, dass etwa jedes vierte Unternehmen aus dem Ausland kam und rund 10% der Fachbesucher für die Messe nach Deutschland reisten. Stefan Dittrich, Veranstaltungsleiter GaLaBau, resümierte zufrieden: „Vier Messetage mit durchgehend vollen Hallen, guten Geschäftsgesprächen und zahllosen Highlights im Rahmenprogramm liegen hinter uns. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Für mich eine rundum gelungene GaLaBau 2018! Wir freuen uns schon heute auf das nächste grüne Familientreffen in zwei Jahren hier in Nürnberg.“

 

Auf der GaLaBau 2018 stellten 1.253 Unternehmen in erstmals 14 Messehallen aus. Als ideeller Träger der GaLaBau zieht auch der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), Bad Honnef, ein positives Resümee. „Die GaLaBau 2018 hat unsere Erwartungen wieder übertroffen. Über 70.000 Besucher sind ein sensationelles Ergebnis. Das spiegeln auch die positiven Rückmeldungen der Aussteller wider. Es zeigt sich einmal mehr, dass Nürnberg der Treffpunkt der grünen Branche ist. Nur auf der GaLaBau hat die Branche die Möglichkeit, sich vollumfänglich und komprimiert auf vier Tage, über die neuesten Entwicklungen und Innovationen im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau zu informieren und sich von der Leistungsfähigkeit der Branche zu überzeugen“, so Lutze von Wurmb, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL).

 

Qualität des Fachpub­likums erfreulich hoch

Fast 54% der Besucher haben in ihrem Unternehmen eine leitende Funktion inne, so die vorläufigen Ergebnisse der Besucherbefragung, die ein unabhängiges Marktforschungsinstitut für die Messe Nürnberg erhob. Der Anteil der Entscheider lag auch diesmal bei fast 81%. Die Besucher kamen dabei zum größten Teil aus Fachbetrieben des Grün- und Freiflächenbaus. Deutlich stärker vertreten waren diesmal Messegäste aus Fachbehörden und öffentlichen Einrichtungen. Auch im Bereich Bau, Pflege und Management von Golfplatzanlagen konnte in diesem Jahr trotz einem Fernbleiben der Golffachverbände – mit Ausnahme des Greenkeeper Verbandes Deutschland (GVD) – ein Besucherzuwachs verzeichnet werden. Christina Seufert, Geschäftsleitung GVD auf der Website der GaLaBau-Messe hierzu: „Nach anfänglicher Skepsis sind wir sehr zufrieden mit unserer Messeteilnahme an der GaLaBau 2018. Erstmals waren wir in der Halle 3A platziert und hatten hier viele interessante Gespräche auf unserem Stand. Wir konnten dabei ein gesteigertes Interesse am Berufsbild des Greenkeepers feststellen, was uns natürlich besonders gefreut hat. Alles in allem lautet unser Resümee: Wir sind positiv überrascht und 2020 selbstverständlich wieder vor Ort.“  

 

Einer internen Online-Umfrage des GVD im Vorfeld der GaLaBau zufolge gaben 47% der 60 Teilnehmer an, dass sie die GaLaBau besuchen würden, 39% derjenigen, die keinen Besuch planten, führten „Zeitmangel“ als Hauptgrund an, die für den Berufsstand so wichtige Leitmesse nicht aufzusuchen. Etwa ausgewogen fielen die Antworten auf die Frage aus, welche „grüne“ Messe für wichtiger/interessanter gehalten werde: die alle zwei Jahre stattfindende GaLaBau in Nürnberg (47%) oder die in den Zwischenjahren in Eise­nach ausgerichtete Freilandmesse demopark (53%).

 

Erfreulich ist die Tendenz, die sich aus den beiden letzten Fragen ableitete: Immerhin 71% gaben an, dass sie die Fahrt zur Messe vom Arbeitgeber bezahlt bekämen und 89% sogar, dass der Messebesuch insoweit unterstützt werde, als dafür kein Urlaub eingereicht werden müsse. Nicht abgefragt wurde die für uns interessante Frage, wie viele einen Besuch mit Clubverantwortlichen planten – böte doch ein gemeinsamer Besuch viele Möglichkeiten, sich abseits des Arbeitsalltags auf den Anlagen auszutauschen, sich gemeinsam für die platzpflegerischen Belange zu informieren und mit Fachleuten auszutauschen.

 

Bereits jetzt vormerken: Die nächste GaLaBau findet vom 16.-19. September 2020, wieder im Messezentrum Nürnberg statt.

 

Wir als Redaktion waren natürlich auch vor Ort, um uns über Neuheiten zu informieren und mit Kollegen und Partnern auszutauschen. Ein paar von ihnen konnten wir zu ihren Eindrücken und Erfahrungen mit der GaLaBau 2018 befragen.

 

Markus Blind, Sales Manager Irrigation, Toro/Beregnung:

„Wir hatten eine sehr gute Messe, am stärksten waren Mittwoch und Donnerstag. Im Vergleich zu 2016 lässt sich klar eine Steigerung der Qualität der Fachgespräche feststellen. Besonders viele Greenkeeper und Planer konnten wir auf unserem Stand begrüßen, die sich aufgrund des trockenen Sommers und damit verbundener Schwachstellen auf den Anlagen informierten. Insgesamt stellen wir bei der Sparte Toro/Beregnung so viele Golfplatzplanungen wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr fest, was Grünsrenovationen, zusätzliche Fairwayberegnungen etc. angeht. Auch bezüglich der Optimierung der Randzonen der Grüns, weg von Vollkreisregnern hin zu Teilberegnungen, merkt man ein Umdenken.

 

Insofern sehen wir – auch aufgrund des Sommers 2018 – sehr zuversichtlich in die Zukunft. Hilfreich waren auch unsere vier Golfplatztagungen 2018, bei denen wir mit Partnern einen interessanten Seminarteil für die Branche anboten und wir planen, dies auch in 2019 fortzuführen.

 

Ganz neu stellten wir auf der GaLaBau das Lynx® Smart Hub Radio vor. Hierbei wurden die Vorteile von zwei Toro-Produkten – Satellitensteuerung und Decoder – zu einem neuen Produkt kombiniert und mit einer Funkverbindung erweitert."

 

Dirk Müller-Haastert, Geschäftsführer, Cart Care Company GmbH:

„Wir waren mit der GaLaBau sehr zufrieden, für uns und unsere Produkte stellte sie sich hinsichtlich Qualität und Zahl der Besucher erheblich besser dar als in 2016. Bereits zu Mitte der Messe waren von den ausgestellten Fahrzeugen drei von fünf verkauft! Gerade im GaLaBau und dem kommunalen Bereich stellen wir fest, werden seit 2-3 Jahren Transportfahrzeuge verstärkt nachgefragt. Neu auf der Messe dabei hatten wir den Club Car Tempo, ein zweisitziges Cart mit neuem Design, einigen Detailverbesserungen und moderner Batterietechnik. Auch eine Straßenzulassung ist hierfür möglich. Seit 01. Juli 2018 hat die Cart Care Austria GmbH ihren Betrieb aufgenommen und ist somit neben Deutschland und Dänemark auch dort offizieller Distributeur von Club Car, worauf wir sehr stolz sind.

 

In der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Mutterkonzern erfahren wir mit unserer neu erlangten Größe (Vertrieb Deutschland, Dänemark und Österreich) – wie viele andere deutsche Unternehmen – derzeit Druck, auch wenn wir 2017 als bester Club Car-Distributeur außerhalb der USA ausgezeichnet wurden. Anscheinend schlägt auch hier im (Golf-)Business die große Politik durch. Wie die Golfbranche beispielsweise mit einem Brexit umgeht, wird sich noch zeigen und lässt Cart Care nicht unberührt."

 

Wulf Kollmeier, Sales Manager, Perrot ­Regnerbau Calw GmbH:

„Ein Vergleich zur GaLaBau 2016 fällt mir schwer, da ich erst seit Januar 2018 bei Perrot bin. Zuvor war ich seit 1995 bei Toro angestellt und im Europabüro, in Italien, für alle Produkte mit Wasser – außer Golf – zuständig. Insofern ist der Golfbereich für mich ein neuer, ich bin aber sehr beeindruckt, wie viele neue Produkte Perrot allein in dieser Zeit auf den Markt gebracht hat.

 

Mit dem Interesse auf der Messe sind wir sehr zufrieden, die Aufarbeitung der Gespräche und Kontakte wird aber erst nach der Messe erfolgen.

 

Besonders wichtig war für uns, die neuen Produkte vorzustellen: Da wäre zunächst „Sirrah“, die neue Zentralsteuerung mit Decoder, eine Weiterentwicklung unseres Satellite, das jetzt unter anderem nicht mehr vom Windowssystem abhängig ist, sondern webbasiert und besonders benutzerfreundlich in der Anwendung; dann stellen wir auf der GaLaBau die neue Hydra-2-Serie vor, eine Weiterentwicklung unsers Getrieberegners Hydra, der mit seinen Verbesserungen, beispielsweise hinsichtlich Beständigkeit zu Sand und durch die verbesserte Wasserverteilung im Nahbereich bei den 6 und 7 mm Düsen, deutliche Vorteile bietet. Wichtig ist auch unser CID, das neue Steuerungsmodul „Coil Integrated Decoder“, das mit allen Perrot-Decodersystemen kompatibel ist: anstatt im Regner oder Ventilkasten die Spule zu haben und den Decoder anzuschließen, haben wir jetzt in einem Bauteil beides, dadurch nur zwei Kabelverbindungen, was zu weniger Kabelsalat und Fehlerquellen führt.

 

2018 hatten wir bislang ein sehr gutes Jahr, im Versenk­regnerbereich war es anfangs etwas schwerer, ab Ostern kam uns dann aber das heiße und trockene Wetter zugute und wir konnten Rekordmonate verzeichnen. Besonders stark nachgefragt wurden in den Sommermonaten unsere mobilen Beregnungs-RollcarT-Vs – besonders auf großen Grünflächen und Sportanlagen, die keine Beregnung hatten und nun eine schnelle Lösung benötigten."

 

Micha Mörder, Sales Manager Germany, Toro/Maschinen:

„Neu dabei haben wir den Outcross 9060, einen Multifunktionslader, mit Zweisitzer und Ladepritsche und, ganz neu und jetzt auf der GaLaBau ausgezeichnet: mit innovativen Assistenzsystemen. Nehmen wir als mögliches Anbaugerät nur einen Aerifizierer: hier ist es erforderlich, den gleichen Lochabstand, die gleiche Geschwindigkeit etc. einzuhalten. Diese Parameter kann man auch jetzt schon einzeln automatisieren. Beim Outcross kann der HGK diesbezüglich komplett eine Programmierung vornehmen und Tempo, Lochabstand etc. im Vorhinein festlegen; sobald der Anwender dann vor Ort starten möchte, betätigt er nur einen Hebel zum Ablassen der Heckhydraulik und alles weitere funktio­niert dann vollautomatisch. Am Ende der Fläche wird das System deaktiviert, indem das Heckteil angehoben wird, und es geht mit voller Geschwindigkeit zum nächsten Einsatzziel. Daneben ist ein Notfallsystem integriert, das greift, wenn der Anwender beispielsweise erschrickt und stoppt – in einem solchen Fall stoppt das System automatisch und aerifiziert nicht auf der Stelle weiter, so dass die Fläche zerstört würde. Ziel ist es, auch Mitarbeiter mit nicht ausgewiesenen Fachkenntnissen für spezielle Tätigkeiten einsetzen zu können – eine interessante Entwicklung, gerade in Zeiten von Fachkräftemangel. Natürlich lässt sich das System auch für andere Anbaugeräte programmieren.

 

Mit der Messe waren wir sehr zufrieden, auch wenn richtige Innovationen meines Erachtens diesmal weniger dabei waren. Das Thema Elektrifizierung wird zunehmend wichtig, bei Toro werden wir 2019/20 verstärkt Modelle mit dieser Technik vorstellen."

 

Claus Ammer, Geschäftsführer, DEULA Bayern GmbH:

„Mit dem bewährten Messestand „Bildung und Forschung in Bayern“ – er setzt sich zusammen aus dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V. (VGL Bayern e.V.), der Hochschule ­Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim (LWG), der Nürnberger Schule, die Akademie Landschaftsbau Weihenstephan GmbH (alw) und die Muttergesellschaft der alw, die DEULA Bayern GmbH – in der tageslichtdurchfluteten Halle 3A auf der Nürnberger Messe, waren wir wieder sehr zufrieden. Gegenüber den vergangenen Jahren war diesmal deutlich mehr los als am Meeting Point Golf. Etwas kritisch betrachtet werden Henrike Kleyboldt, die einen sehr guten Job macht und in der Greenkeeperszene mittlerweile etabliert ist, und ich, weil wir beide aus dem Golfmanagement kommen. Unser offener Umgang „auf Augenhöhe“ erfährt jedoch zunehmend Akzeptanz im Greenkeeping und schlägt auch Brücken zu den früheren Kollegen im Management. So hat Henrike Kleyboldt in Abstimmung die Kurse dahingehend angepasst, dass die Bedürfnisse der Anlagen bzw. des Managements stärker als früher berücksichtigt werden. In direkter Nachbarschaft zu unserem Stand hat der DEULA-Bundesverband, unter anderem mit der DEULA Rheinland, seine Zelte aufgeschlagen. Eine hervorragende Symbiose für uns alle. Mein persönlicher Wunsch geht dahin, den Fußballbereich künftig noch stärker auszubauen, ich sehe gerade in diesem Bereich ein großes Marktpotenzial.

 

Auf unserem Stand sind wir in der Lage, die verschiedenen Branchen auf uns aufmerksam zu machen. An unserer Weihenstephaner Theke kann man u.a. bei Cappuchino und alkoholfreiem Bier das Thema Greenkeeping im Golf- wie im Fußballsegment hervorragend erklären und den ein oder die andere davon zu überzeugen, einen Lehrgang an der DEULA Bayern zu absolvieren."

 

Christina Seufert, Geschäftsstellenleiterin, Greenkeeper Verband Deutschland (GVD):

„Mit unserem Stand erstmals in Halle 3a, bei den Bildungseinrichtungen, fühlen wir uns gut positioniert mit Optimierungsbedarf (zentraler), zum Meeting Point Golf kamen tendenziell immer mehr Golfspieler und weniger unsere Mitglieder und am Berufsstand Greenkeeping Interessierte. Im Bereich Fußball konnten wir bislang zwar nur wenige Gespräche führen, seitens Messe gibt es aber Anstrengungen, dies künftig noch mehr zu verzahnen.

 

Unser Ziel ist es, GaLaBauer als Nachwuchs für den Golfbereich zu interessieren, Golf wird meines Erachtens aber auch nach wie vor als zu elitär angesehen – insofern ist diese Ansprache nicht ganz einfach.

 

Selbst bin ich in meiner Funktion als GVD-Geschäftsstellenleiterin 2018 das zweite Mal hier in Nürnberg und ich kann für mich gesprochen nur feststellen, dass die Messe deutlich besser ist als noch 2016, was natürlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich mittlerweile viel mehr Kontakte habe und mich die Leute auch vermehrt direkt ansprechen.

 

Die Messe halten wir für sehr wichtig, wenngleich die demopark als Freiland- und Maschinenmesse für uns noch bedeutsamer ist. Wünschenswert wäre künftig, wenn der GVD noch näher bei den DEULA Einrichtungsstätten platziert würde, um die Synergien noch mehr nutzen zu können."

 

Autor: Stefan Vogel | golfmanager 05/2018

Im fachlichen Austausch: Dr. Fritz Lord (COMPO Expert), zusammen mit Karsten Mehrtens, Regionalverkaufsleiter Nord sowie Markus Blind, Sales Manager Irrigation, beide Toro/Beregnung (v.li.).

Zusammen mit GMVD-Geschäftsführer Andreas Dorsch: die Cart Care-­Geschäftsführer Dirk Müller-Haastert und Frank R. Ockens (v.li.).

Wulf Kollmeier, Sales Manager bei Perrot, zeigte sich sehr beeindruckt und zufrieden über die Produktivität und Innovationskraft seines Unternehmens.

Stolz auf die GaLaBau-Prämierung 2018 für den Outcross 9060: Micha Mörder, Sales Manager Germany, und Jasmin Köbele, Marketing & PR Toro/Maschinen

Zufrieden mit ihrem Gemeinschaftsstand „Bildung und Forschung in Bayern“: Henrike Kleyboldt, Fachbereichsleitung Greenkeeping, und Claus Ammer, Geschäftsführer, beide DEULA Bayern

Christina Seufert, Geschäftsstellenleiterin, und Elisabeth Bließen, beide GVD

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