Golf Industry Show 2019 in San Diego

Eindrücke von der GIS, Teil 1

Knapp 12.000 Messebesucher (11% mehr als 2018), 19.000 qm Hallenfläche mit 510 Ausstellern und insgesamt 5.479 Seminarbesucher, das sind die Zahlen der diesjährigen „Golf Industry Show“. Leider vergleichsweise wenige Europäer, mal von der BIGGA abgesehen, und noch weniger Deutsche nahmen die lange Anreise Anfang Februar auf sich. Die sehr seltenen Regentage in Kalifornien konzentrierten sich dieses Jahr auf die Messetage und vor allem auf die Golfturniere im Vorfeld der Tagung. Mit original kalifornischem Wetter traten die Besucher dann wieder die Heimreise an in der Hoffnung und dem Wunsch, die kommende GIS-Show im Januar 2020 in Orlando wieder besuchen zu können.

Auf der Messe waren auffällig viele Firmen mit Walzen/Rollern in den verschiedensten Ausführungen und Breiten vertreten, Top-Clubs haben das Fairwaywalzen in ihr Routineprogramm aufgenommen und erzielen auf den Spielbahnen dabei erstaunliche Stimpmeter-Werte, die sowohl Amateuren, als auch Professionals mit mehr Länge zugute kommen. Nach zaghaften Vorstellungen im letzten Jahr war deutlich auch mehr gezogene Mähtechnik für den Semiroughbereich bei einigen Unternehmen zu sehen. Im Greensmäherbereich wurden von Toro und John Deere zwei neu überarbeitete Hybridmäher vorgestellt, die auch in Deutschland sehr bald verfügbar sein sollen.

Werkstattausrüstung und -management rückten in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund, dieses Mal war eine komplette Vorzeigewerkstatt im Rahmen der Messe aufgebaut worden – mit der Möglichkeit, auch selber kleinere Dinge auszuprobieren, und im Seminarprogramm wurden einige interessante Kurse dazu angeboten. Vielleicht können wir in Deutschland ja auch den einen oder anderen Mechaniker dazu bewegen, sein Know-how im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung vorzustellen. Die Maschinen arbeiten nur so gut wie sie eingestellt und gewartet sind.

Erstmals wurde ein Versuch unternommen, aktuell anstehende Probleme auf einem Podium mit Beteiligung der Besucher zu diskutieren. Die Besucher konnten ihre Themen im Vorfeld einbringen, sie wurden in verschiedene Bereiche zusammengefasst und dann im Plenum diskutiert.

Fazit
Eine unterhaltsame Show, allerdings mit wenig Tiefgang, aber sicher nachahmenswert. Die Stimmung in der Golf-Industrie wurde als freundlich und gut bezeichnet, man habe die Talsohle durchschritten, es würden wieder von mehr Leuten auch mehr Golfrunden gespielt. Dennoch wurden über 100 Plätze geschlossen und nur ganz vereinzelt eine neue Anlage eröffnet.

Hauptthema eines Treffens der internationalen Verbände war der anscheinend weltweit zunehmende Arbeitskräftemangel sowohl an Fachkräften, als auch an Pflegepersonal. Es waren leider keine Vertreter aus Asien und Australien vertreten, auf ihre Einschätzung wäre ich gespannt gewesen. Gründe wurden u.a. im fehlenden guten Image des Berufs und in der ungenügenden Bezahlung des Personals gesehen, man will sich dieser Thematik nun verstärkt zuwenden.

Orlando 2020 – wir kommen, hoffentlich wieder mit mehr Beteiligung. Die GIS Show ist die Reise wert!

Autor: Hubert Kleiner GVD-Ehrenmitglied | Greenkeepers Journal 1/2019

 

Weitere Berichte über Tagungen in der Platzpflege weltweit finden Sie HIER ...

Im Bild festgehalten (v.o.): Eine vom mehreren vorgestellten (Fairway-)Walzen sowie die neu überarbeiteten Hybridmäher von Toro bzw. John Deere. (Alle Fotos: H. Kleiner)

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