Ergebnisse des GVD-unterstützten ­Forschungsprojekts der STERF

Kompakte Nibio-/Sterf-Tagung in Oslo

Über 70 Teilnehmer aus neun hauptsächlich nordischen Ländern trafen sich Anfang März zu einem eintägigen Seminar am Flughafen in Oslo zu der Thematik „Nachhaltigkeit und umweltrelevante Risiken der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Golfplätzen“. Die Teilnehmergruppe bestand aus Greenkeepern, Verbandsvertretern, Vertretern einiger Pflanzenschutzmittelhersteller und führenden Mitarbeitern der Nibio/Sterf-Forschungseinrichtungen.

 

Neben Themen über den länderspezifischen Umgang mit der EU-Direktive Pflanzenschutz bis hin zum Totalverbot in Holland in naher Zukunft, wurden die Resultate des mit der Unterstützung des Greenkeeper Verbandes Deutschland (GVD) durchgeführten Forschungsprojekts „Risks for surface runoff and leaching of fungicides from golf greens varying in rootzone composition and amojunt of thatch“ dargestellt. Eine Auswaschung durch die Rasentragschicht fand, wenn überhaupt, nur in geringsten Mengen weit unterhalb der Grenzwerte statt. Ein weit höheres Risiko besteht im oberflächlichen Ablauf bei stark geneigten Flächen (in den Versuchen 5% Gefälle) nach Frostperioden oder Starkniederschlägen. Das Alter des Grasbestandes spielt dazu noch eine große Rolle, besodete Flächen in den Versuchen schnitten deutlich schlechter ab als eingesäte, da die organische Masse in der obersten Schicht höher ist und damit weniger wasserdurchlässig. Das Risiko der oberflächlichen Abwaschung kann durch Anlegen von Pufferzonen an den Rändern der Grüns abgemildert werden, die Rückstände gelangen dann nicht unmittelbar in angrenzende Gewässer. Schwieriger wird es in der Praxis sein, aufkommende Niederschläge in Menge und Heftigkeit über eine Woche vorherzusagen, so lange sollten möglichst keine Starkniederschläge nach einer Behandlung eintreten.

 

Marc Biber stellte in einem Kurzreferat das „Green water“-Projekt des Deutschen Golf Verbandes (DGV) dar, ein Vohersagemodell, mit dem das Risiko eines Pflanzenschutzmitteleinsatzes in Wasserschutzgebieten anhand verschiedener Parameter abgeschätzt und damit genehmigungsfähig gemacht werden kann.

 

Die vorgestellten Referate und Ergebnisse der Forschungsarbeiten können auf der Internetseite der STERF (www.sterf.org) eingesehen werden.

 

Mein persönliches Fazit: Sehr gut organisiert, sehr gut und einfach erreichbarer Tagungsort, sehr breit aufgestelltes Teilnehmerfeld aus Forschung, Verbänden, Industrie und Greenkeepern, immer wieder eine Reise wert! Thematisch habe ich dieses Mal Alternativen oder Reduziermöglichkeiten von Pflanzenschutzmittelanwendungen vermisst, allein der Vortrag von Niels Dokkuma vom Niederländischen Golf Verband ließ in dieser Richtung aufhorchen.

 

Autor: Hubert Kleiner | Greenkeepers Journal 01/2019

 

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… mit Spannung erwartete GVD-Ehrenmitglied Hubert Kleiner auch die Ergebnisse eines mit GVD-Unterstützung durchgeführten Forschungsprojekts.

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