Bestes belgisches Feld in der Pro League

Cub Cadet und Royal FC Antwerpen feiern

Cub Cadet, einer der führenden Hersteller im Bereich Sportrasenpflege, feiert mit seiner „Infinicut-Serie“ und dem Greenkeeping-Team des Royal FC Antwerpen: In der Saison 2018/2019 gewann Antwerpen den prestigeträchtigen Titel „Bestes belgisches Feld in der Pro League“. Nach jedem Heimspiel gibt es 60 Punkte, die in 15 auf den Rasen bezogenen Themen verteilt werden. Am Ende der Saison gewann das Feld von Head-Greenkeeper Tim van Vlasselaer mit den meisten Punkten. Dies war die Krönung für all die harte Arbeit und das Engagement von Tim und seinem Team.

 

In Zusammenarbeit mit Cub Cadet führten wir ein Interview mit dem 28-jährigen Head-Greenkeeper.

 

? Herr van Vlasselaer: Wie groß ist das Antwerpener Stadion? Wieviel Plätze hat es?

 

! Die Rasenfläche hat die Standardabmessungen 68 x 105 Meter. Derzeit gibt es rund 15.000 Sitz- und Bankplätze. Aufgrund der vorhandenen Bänke können hier leider keine europäischen Spiele ausgetragen werden. Das Stadion wird jedoch gründlich renoviert, wodurch schließlich die Bänke verschwinden und das Stadion Platz für rund 26.000 Besucher bieten wird – begrenzt auf 23.000 Besucher, wenn es sich um ein europäisches Duell handelt.

 

? Betreuen Sie nur das Hauptspielfeld in Antwerpen oder gibt es auch Übungsflächen, die von Ihnen und Ihrem Team mitgepflegt werden?

 

! Der Fokus liegt klar auf dem Hauptfeld. Darüber hinaus gibt es zwei Felder mit Naturrasen, eines mit Kunstlicht und eines ohne Kunstlicht. Das Feld ohne Kunstlicht ist eine Kopie des Hauptfeldes, daher wird vorzugsweise auf diesem trainiert. Neben diesen drei Feldern gibt es zwei Kunstrasenplätze. Diese werden hauptsächlich von den Jugendlichen und aufstrebenden Talenten bespielt.

 

? Wie kamen Sie zum Greenkeeping in Antwerpen?

 

! Ursprünglich absolvierte ich eine Ausbildung zum Elektriker. Schon bald kam ich aber zu dem Schluss, dass ich damit nicht glücklich werde. Mein Vater, ebenfalls ausgebildeter Elektriker, arbeitete bei der Gemeinde Duffel in der Grünpflege (Anm. d. Red.: Fußballfelder, Leichtathletikfelder, Grünarbeit). Nach meiner Ausbildung gab es eine freie Stelle am Arbeitsplatz meines Vaters, wo ich also begann. Der Fokus lag auf Fußballfeldern. Nach acht Jahren wechselte ich zur Firma De Ceuster in Sint-Katelijne-Waver. Diese Firma kümmert sich um mehrere Fußballfelder verschiedener professioneller Fußballvereine. Ich war zuständig für den Royal FC Antwerpen. Nach einem Jahr beschloss der Verein, die Pflege nicht länger outzusourcen und gründete ein eigenes Greenkeeping-Team – und ich wurde „Chief Groundsman“, wie es hier heißt. 2019 ist somit meine dritte Saison als Groundsman in Antwerpen.

 

? Wie groß ist Ihr Team? Welche Qualifikationen gibt es?

 

! Das Team besteht aus drei Vollzeitangestellten: Meinem Vater Kris, Pieter und mir. Mein Vater und ich konzentrieren uns auf das Hauptfeld, Pieter kümmert sich vornehmlich um die Pflege der Trainingsfelder. An Spieltagen haben wir einen Freiwilligen, der hilft, das Feld für das Spiel am Tag selbst so optimal wie möglich zu gestalten. Alle haben wir keine spezielle Ausbildung auf dem Gebiet der Grünpflege und lernten „on the job“. Über Social Media und das Web versuche ich aber, mich stetig fortzubilden und mich über neue Möglichkeiten und Trends zu informieren.

 

? Wie groß ist Ihr Maschinen-Pool und welche Marken nutzen Sie?

 

! Wir wollen so wenig wie möglich Traktoren mit dicker Bereifung auf dem Rasen, die meisten Arbeiten werden also im Handbetrieb erledigt. Wir haben:

  • 2 Cub Cadet Infinicut Mäher
  • 3 Honda Handspindelmäher
  • 2 Dennis-Mäher
  • 1 Iseki – dieser wird jedoch nicht zum Mähen verwendet, sondern nur zum Ziehen eines Wagens
  • 1 Traktor
  • 1 Sandwagen
  • 1 ProCore Belüfter
  • 2 Vertikutierer
  • 1 Düngerwagen
  • 1 Dreiteiliger Käfig­mäher
  • 1 Speedseed Over­seeder-Maschine
  • Tiefenlüfter wird ­gemietet
  • Sprühen gegen Krankheiten wurde ebenfalls ausgelagert.

 

? Warum haben Sie Cub Cadet anderen Marken vorgezogen?

 

! Ich hatte einen Cub Cadet Infinicut zur Probe und war technisch von Anfang an überzeugt. Wir kauften das Gerät noch in der Testphase. Entscheidend war aber der Moment, als Außenstehende anfingen, mir zu sagen, dass der Rasen plötzlich besser/schöner/anders aussähe. Dies war die Bestätigung, dass die Entscheidung richtig war.

 

? In Deutschland ist das Pflanzenschutzgesetz mittlerweile sehr streng. Ist das auch in Belgien ein Thema im Greenkeeping?

 

! Ja, das könnte in Zukunft wirklich ein Problem werden, wenn immer weniger Produkte verwendet werden dürfen, um den Rasen gesund zu halten. Wir arbeiten allerdings jetzt schon ständig an der Weiterentwicklung unserer Rasenpflege und ich interessiere mich sehr für moderne, schonende Methoden. Auf die rechtlichen Beschränkungen sind wir daher besser vorbereitet als Clubs, die weniger Zeit und Geld in die Pflege investieren und mehr auf die klassische Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zurückgreifen.

 

? Gibt es weitere Probleme, mit denen Sie in letzter Zeit in der professionellen Rasenpflege konfrontiert wurden?

 

! Für die Trainingsfelder ist die Dauerbelastung ein Problem, es bleibt wenig Zeit zwischen den Trainingseinheiten, um auf dem Feld zu arbeiten. Das heißere Klima zuletzt in Kombination mit dem aktuellen Stadionumbau ist eine Herausforderung für das Hauptfeld. Durch die Renovierung des Stadions werden die Seiten geschlossen, weniger Sonnenlicht und weniger Wind erreichen den Rasen. Dies kann auf lange Sicht ein Problem darstellen, für das eine Lösung gefunden werden muss, beispielsweise in Form von Hilfsmitteln wie HPS- oder MH-Lampen. Zusätzlich leidet das Hauptfeld unter Spielschäden. Das Hauptfeld ist viel weicher als das Trainingsfeld, je mehr gespielt wird, desto mehr Schäden. Besonders der Torwartbereich ist ein Problem. Die Anzahl der Spieltage ist leider schwer zu beeinflussen. Wenn man europäisch spielt, gibt es mehr Spiele. Wenn man mehr Übungsspiele auf dem Hauptplatz spielt, beeinflusst dies auch die Qualität des Rasens.

 

? Bitte beschreiben Sie aus Ihrer Sicht, wie viel Belastung Ihr Rasen während des Spiels ausgesetzt ist. Wie groß sind die Schäden? Haben Sie schon einmal über Kunstrasen nachgedacht?

 

! Vor allem die Torgebiete leiden während der Spiele, was bereits während des Aufwärmens beginnt. Es wäre am besten, wenn die Torhüter auf einem anderen Teil des Feldes das Aufwärmen machen würden, aber leider gibt es dafür im Moment keine Regeln. Für das Hauptfeld müssen wir immer die „Weichheit“ der Rasenfläche ausbalancieren: nicht zu weich und nicht zu hart. An Kunstrasen hat der Royal FC Antwerpen noch nie gedacht, die belgische Pro League spielt komplett auf Gras. Ich würde mich für Hybridfelder aussprechen, dies würde die Schäden bei Wettkämpfen begrenzen. Mittlerweile spielt der Verein etwa 20 bis 25 Spiele, aber wenn der Verein auch in Europa spielt, steigen die Anzahl der Spiele und Trainingseinheiten auf dem Hauptfeld. Hybrid wäre dann eine gute Lösung. Die Wartung bleibt gleich, aber es gäbe weniger Spielschäden. Die Stabilität des Rasens wäre ein großer Vorteil.

 

? Wie oft müssen Sie die Rasenfläche austauschen?

 

! Im Moment ist der zweite Rasen im dritten Spieljahr im Einsatz. Nach der ersten Saison wurde der Rasen ersetzt, derzeit arbeiten wir eineinhalb Jahre mit dem zweiten Rasen. Nach der letzten Saison wurde beschlossen, den Rasen zu „renovieren“, anstatt ihn komplett zu erneuern. Es wäre am besten, das Feld jede Saison zu ersetzen, aber das ist teuer. Erneut säen ist billiger, aber zwischen zwei Saisons sind nur etwa fünf bis sechs Wochen Zeit für eine Neuanlage und realistisch gesehen, braucht man 12 Wochen, um ein perfektes neues Feld anzulegen.

 

? Wird das Stadion nur für Fußball reserviert? Oder finden auch andere Events auf Ihrem Rasen statt?

 

! Nein, nur Fußballspiele.

 

? Eine persönliche Frage: Wie gehen Sie mit Druck und den hohen Erwartungen in Ihrem Arbeits-/Stadionumfeld um?

 

! Es ist nicht immer einfach, mit dem Druck und den hohen Erwartungen als Gesamtverantwortlicher umzugehen. Der Druck bei Heimspielen ist hoch, der Rasen muss gut sein und alles muss gut koordiniert sein, z.B. die Bewässerung vor den Spielen und in den Pausen. Darüber hinaus wird man als Greenkeeper im Allgemeinen nach den „Einschätzungen“ von Spielern beurteilt. „Der Rasenboden ist zu hart“ oder „der Rasen ist höher als normal“ sind Dinge, die Spieler im Prinzip nicht wissen können, nur Messgeräte können dies beweisen. Aber die Kommentare kommen trotzdem.

 

? Abschließend: Was wünschen Sie sich für Ihre persönliche und berufliche Zukunft?

 

! Ich bin glücklich beim Royal FC Antwerpen und hoffe, dass es so bleibt. Es ist ein toller Club und wir haben eine gute Mannschaft. Es wäre schön, wenn wir noch mehr in die Pflege investieren könnten, indem wir beispielsweise eine zusätzliche Person einstellen würden, doch das liegt leider nicht in meiner Hand. Auch wäre wünschenswert, alle Maschinen unter eigener Verwaltung zu haben, damit wir keine Maschinen mehr mieten müssen. Dann müsste ich Arbeiten nicht lange im Voraus planen und könnte mit einem bestimmten Job beginnen, wenn es am besten passt.

 

Und sportlich gesehen wäre es natürlich auch großartig, wenn der Royal FC Antwerpen auf europäischer Ebene spielen könnte. Wenn unsere Arbeit auch in Europa gesehen würde, wäre das schon etwas. Vor allem aber sind zufriedene Spieler das größte Kompliment.

 

Lieber Herr van Vlasselaer, vielen Dank für das ausführliche Gespräch. Ihnen, Ihrem Team und natürlich auch dem Royal FC Antwerpen weiterhin viel Erfolg!

 

Autor: Stefan Vogel | Greenkeepers Journal 3/2019

Handarbeit, damit der Royal FC Antwerpen stets unter besten Spielbedingungen auflaufen kann. (Alle Fotos: Cub Cadet)

Tim van Vlasselaer mit Vater Kris und einem ihrer Cub Cadet Infinicut

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