Dinard Golf

Dinard Golf, ein klassischer Links-Course, direkt an der Atlantikküste gelegen und der ­zweit­älteste Golfclub Frankreichs. (Alle Fotos: M. Althoff)

Dinard Golf unterscheidet sich in vielen Bereichen von anderen Anlagen an der französischen Atlantikküste. Da ist zunächst die Geschichte: Dinard Golf ist immerhin der zweitälteste Golfclub Frankreichs und wurde bereits 1887 von britischen Staatsbürgern gegründet. Mit seiner Lage in Saint-Briac-sur-Mer, direkt am Meer, ist der 18-Löcher-Platz zudem ein klassischer Links-Course, den man auch auf der britischen Insel kaum anders erwarten würde. Und schließlich verfügt der Club seit 1927 über ein Clubhaus im Art Déco-Stil, das vom französischen Betonbau-Pionier Marcel Oudin entworfen wurde.

Wer eine Runde auf diesem herrlichen und ursprünglichen Links-Course spielen möchte, sollte sich aufgrund seiner geografischen Lage durchaus auf britische Wetterverhältnisse einstellen: Wind spielt häufig eine große Rolle, und wenn es regnet, dann gerne auch einmal kräftig. Vor allem die Bahnen 6 bis 13 sind von besonderem Reiz, zumal sie größtenteils direkt am Meer verlaufen. Interessant an Bahn 13: Hier wurden ehemalige Bunker als Teeboxen nachträglich in die Anlage integriert.

An Bahn 13 wurden Beton-Bunker des früheren Atlantikwalls als Teeboxen in die Anlage eingebunden.
Praktisch, aber auch pflegeintensiv: In die Sand-Bunker des Dinard Golf wurden Stufen eingebracht.
Das Clubhaus von 1927 im Art Déco-Stil, entworfen von Betonbau-­Pionier Marcel Oudin.

Das Thema Ryder Cup wurde von Dinard Golf mit Begeisterung aufgenommen. Schon vor dem Event wurde der im Besitz von Gilles Paris befindliche und rund 900 Mitglieder zählende Club auf Ryder Cup getrimmt: Das gesamte Clubhaus wurde entsprechend dekoriert, selbst die Platzsets im Restaurant waren dem Thema gewidmet und zeigten die Spieler der Teams, zudem wurden die Spiele live im Clubhaus übertragen. Natürlich waren der Besitzer und sein Clubmanager, Jean Guillaume Legros, beim Event selbst vor Ort. Ein Einsatz mehrerer Mitglieder während des Events, beispielsweise als gemeinsame Hole-Marshals, erfolgte nicht – eine solche Möglichkeit wurde im Rahmen des Ryder Cups nach übereinstimmenden Aussagen vieler Clubverantwortlicher schlicht nicht angeboten. Überhaupt scheint Dinard Golf das Thema Ryder Cup sehr positiv aufzunehmen: Auch die Erhöhung der ffgolf-Mitgliedsbeiträge im Zuge der Cup-Vergabe führte bei den Mitgliedern nach Aussagen des Clubs zu keinerlei negativer Reaktion. Im Juni dieses Jahres führte der Club zudem ein eigenes Jugendturnier im Ryder Cup-Modus durch – ebenfalls ein großer Erfolg.

Vom Ryder Cup erhofft man sich, dass dieser das Golf­image mehr in Richtung Sport und Spaß verschiebe und so Neulinge motiviere, Golf einmal selbst auszuprobieren. Für die Zukunft ruht die Hoffnung vor allem auf den Auslandsmärkten: Durch den Ryder Cup erhofft man sich eine deutlich höherwertigere Positionierung von Frankreich als Golfdestination, die neue Kunden für die Golfanlagen im gesamten Land bringen möge. Das soll jedoch unabhängig vom Ryder Cup ausgebaut werden, da man es als schwierig einschätzt, das eher mit Paris verknüpfte Thema Ryder Cup in künftigen Marketingaktionen rund um Golf in der Bretagne zielführend einzubinden. Während andere Anlagen vor allem ein Wachstum aus dem US-Markt erwarten, setzt Dinard Golf besonders auf die Nachbarländer. „Wir hoffen, dass zahlreiche Golfer aus England, Deutschland oder Luxembourg den Weg zu uns finden“, so die Zielsetzung des Clubs. Die Voraussetzungen dafür hat der Club in den vergangenen Jahren mit seinem Qualitätsmanagement geschaffen: Fans von Links-Golf kommen bei Dinard Golf auf ihre Kosten, das Clubhaus ist ein seltenes architektonisches Highlight. Und die Atmosphäre im Clubhaus mit seiner schönen Bar und dem Restaurant verkörpert auf wunderbare Weise bretonische Lebensfreude.

 

Autor: Michael Althoff | golfmanager 05/2018

 

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