Prävention und Fachberatung für den Notfall

Leserreaktion zu „Brandheißes Thema auf Golfanlagen“

Im Gespräch mit Tobias Keysers, Global Assekuranz Versicherungsmakler GmbH

 

Im Nachgang zu unserem Magazinschwerpunkt „Brandheißes Thema auf Golfanlagen“ (golfmanager 6/18), in dem es um die zuletzt verstärkt auftretenden Brände auf Golfanlagen ging, erreichte uns eine Lesernachricht von Charles Prinz von Auersperg. Bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich Prinz von Auersperg mit der Gefährdungslage „Brände auf Golfanlagen“. Zusammen mit der „Global Assekuranz Versicherungsmakler GmbH“ hat er eine spezielle Versicherungs-Police für Golfplätze entwickelt. Wir befragten Tobias Keysers von der Global Assekuranz Versicherungsmakler GmbH zu den Details.

 

? Als dem Golfbusiness nahestehendes Dienstleistungsunternehmen sind Ihnen die in unserem Beitrag beschriebenen Probleme auf Golfanlagen nicht unbekannt?

 

! Im Gegenteil, die Gefährdungslage auf Golfplätzen ist mittlerweile der gesamten Versicherungsbranche bekannt. Zahlreiche Schadenfälle haben dazu geführt, dass sich viele Versicherer vom Markt zurückgezogen haben. In der Folge gibt es nur noch wenige Anbieter mit empfehlenswerten Produkten und dies führt bekanntermaßen zu höheren Preisen. Wir setzen uns intensiv mit dieser Situation auseinander und entwickeln für unsere Kunden Ansätze, wie sie nachhaltig ihr Beitragsniveau auf einem verträglichen Niveau halten können. Dazu gehört natürlich auch ein professionelles Risikomanagement, welches wir gerne unterstützen.

 

? Welches sind aus Ihrer Sicht die am meisten auftretenden Schadenursachen bei Brandfällen? 

 

! Im Fokus stehen ganz klar die Ladegeräte für die Caddys. Aber auch Verlängerungskabel, Ladekabel in Spinden und mangelnder Brandschutz in der Gastronomie sind häufige Brandherde. Das Kernproblem ist in vielen Golfanlagen, dass es keine geregelten Zuständigkeiten für Brandschutz mit den entsprechenden Fachkenntnissen gibt. Einen Brandschutzbeauftragten, wie es selbst in kleinen Gewerbebetrieben in der Regel der Fall ist, existiert häufig nicht. Existenziell für den Club kann es werden, wenn im Brandschutz versicherungsvertragliche Obliegenheiten verletzt werden. Dies kann bis zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Aus diesem Grund ist es wertvoll, sich in regelmäßigen Intervallen mit dem Fachberater für Versicherungsangelegenheiten zu diesem Thema auszutauschen.

 

? Sie sagen zurecht, dass es selbst bei durchgeführten Spindkon­trollen keine Gewähr für stets ordnungsgemäße Lagerung und Betrieb gibt. Was tun also, wenn es wirklich „brennt“?

 

! Sie werden fahrlässiges Verschulden niemals gänzlich verhindern können. Die Prävention muss im Vorfeld geschehen und wenn es dann wirklich brennt, ist entscheidend, dass im Klauselwerk des Versicherungsvertrages sauber gearbeitet wurde. Uns geht es in erster Linie um erfüllte Vertragsobliegenheiten, zutreffende Versicherungssummen zur Vermeidung eines Abzugs aufgrund Unterversicherung und eine passende Feuerbetriebsunterbrechungsversicherung. Häufig sind die Mehrkosten in Folge eines Brandes höher als der echte Ausfallschaden, daher ist eine genaue Dokumentation von Beginn an sehr wichtig und hilft bei der Abrechnung mit dem Versicherer. Wir empfehlen, in der Buchhaltung ein Sonderkonto für den Brandschaden einzurichten. Auf diese Weise kann dem Versicherer sehr einfach nachgewiesen werden, welche Aufwendungen dem Brandschaden konkret zugewiesen werden können.

 

? Heißt das, mit dem richtigen Versicherungsvertrag wird das Problem einfach abgewälzt und die Golfanlage ist damit „raus“?

 

! Sehen Sie, die Kernaufgabe des Risikoträgers besteht natürlich darin, im Ernstfall auch zur Seite zu stehen und für seine Verpflichtungen einzustehen. Aus diesem Grund hat der Club ja ein nicht kalkulierbares Risiko gegen Bezahlung auf einen externen Partner ausgelagert. Und an diese Pflicht ermahnen wir den Versicherer auch im Schadenfall. Allerdings funktioniert diese Geschäftsbeziehung, wie so häufig im Geschäftsleben, eben nur, wenn beide Seiten ihre Verantwortung kennen und dieser gerecht werden. Im Club ist dies ein funktionierendes Risikomanagement und beim Versicherer ein faires Bedingungswerk und ein schnelles Regulierungsverhalten. Der vermittelnde Vertragsbetreuer sollte dies als ausgleichende Kraft regulieren und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Vertragsparteien Sorge tragen.

 

? Abschließend könnte man also festhalten, Prävention ist „Trumpf“?

 

! Ja, absolut. Prävention und ein fachkundiger Partner, der den Club in diesen Fragen professionell unterstützt und die Verantwortung mit trägt.

 

Sehr geehrter Herr Keysers, vielen Dank für die informativen Ausführungen, ich hoffe, dass trotz noch so durchdachter Produkte im Versicherungsbereich die Häufung von Brandfällen in den nächsten Jahren zurückgeht.

 

Das Gespräch führte Stefan Vogel (golfmanager 01/2019).

 

Für versicherungsrelevante ­Rückfragen:

Global Assekuranz ­Versicherungsmakler GmbH

Tobias Keysers

Hildegard-von-Bingen-Allee 2

50933 Köln

Tel.: 0221-179189-35

E-Mail: t.keysers (at) global-gruppe.com 

Der Großbrand auf der Golfanlage des GC Schönbuch im Oktober 2018 ist leider kein Einzelfall. (Foto: GC Schönbuch/backspin 2018/2019)

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